• vom 07.09.2018, 13:20 Uhr

Bühne

Update: 07.09.2018, 13:22 Uhr

Schauspielhaus Wien

Tomas Schweigen bleibt Leiter bis 2023




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Von WZ Online, APA

  • Österreichische Erstaufführung von "Die Hauptstadt" am 26. September geplant.

Schauspielhaus-Leiter Tomas Schweigen hat "vor dem Sommer das Angebot der Stadt Wien angenommen, meinen Vertrag bis 2023 zu verlängern". - © APAweb, Roland Schlager

Schauspielhaus-Leiter Tomas Schweigen hat "vor dem Sommer das Angebot der Stadt Wien angenommen, meinen Vertrag bis 2023 zu verlängern". © APAweb, Roland Schlager

Wien. Das Schauspielhaus Wien will seinen "Weg eines politisch engagierten, ästhetisch und inhaltlich avancierten Autorentheaters" weitergehen. Daher hat Schauspielhaus-Leiter Tomas Schweigen "vor dem Sommer das Angebot der Stadt Wien angenommen, meinen Vertrag bis 2023 zu verlängern". Programmatisch stehe man weiterhin "für ein liberales Europa", wie es am Freitag bei der Spielplanpräsentation hieß.

Ausdruck davon ist bereits die Eröffnungsproduktion: Am 26. September startet das Haus in Wien-Alsergrund mit der österreichischen Erstaufführung einer Dramatisierung von Robert Menasses preisgekröntem EU-Roman "Die Hauptstadt". Regie führt die junge deutsche Regisseurin Lucia Bihler, die am Haus 2016 bereits Schnitzlers "Der grüne Kakadu" inszeniert hat; die Bühnenfassung hat sie gemeinsam mit dem Dramaturgen Tobias Schuster erarbeitet. Parallel dazu geht das Festival "melancholie im september - survival of the weakest" über die Bühne: In Kooperation mit der Schule für Dichtung will man ein "Seil über die Abgründe der Schwermut" spannen: Gestartet wird am 27. September mit einer Ausstellung von Bachmannpreis-Publikumspreisträgerin Raphaela Edelbauer und ihrer Klasse in der Schule für Dichtung, es folgen zwei Festivalabende am Schauspielhaus.

Weiter geht es am 8. November mit der österreichischen Erstaufführung von "Schlafende Männer", dem jüngsten Stück von Martin Crimp, der sich dafür von Maria Lassnigs gleichnamigem Gemälde inspirieren ließ. Im Zentrum steht das spontane Aufeinandertreffen zweier Paare: Laut Regisseur Schweigen zunächst eine ähnliche Konstellation wie in Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf", die der britische Autor jedoch bald aufbricht. Mit "Autos" folgt am 12. Jänner die Uraufführung des neuen Stücks von Enis Maci, deren Stück "Mitwisser" im Zuge des Hans-Gratzer-Stipendiums 2017 entstanden war. Regie führt Franz-Xaver Mayr.

Eine weitere Uraufführung mit dem Titel "Sommer" steht ab 9. Februar auf dem Programm: In Sean Kellers neuem Stück - er ist Träger des Hans-Gratzer-Stipendiums 2018 - leben die Menschen im Jahr 3000 in einer Weltraumkolonie. Jener Teil der Menschheit, der auf der Erde zurückgeblieben ist, ist in einer Zeitschleife gefangen, in der immer wieder die Jahre 2000 bis 2020 ablaufen. Fieberhaft arbeiten sie an einer Exit-Strategie - laut Schweigen ein Stück über die Entstehung von Revolutionen.

Erneut zu Gast ist ab 7. März das Performance-Kollektiv FUX, das mit "Was ihr wollt: Der Film" einen "Dokumentarfilm in Echtzeit" auf die Bühne bringt, in dem der Frage nach der Zukunft der Demokratie nachgegangen wird. Im Frühjahr folgen "Das Leben des Vernon Subutex 1+2" nach den Romanen von Virginie Despentes (Regie: Tomas Schweigen, Premiere am 26. April) sowie die Uraufführung von Miroslava Svolikovas Theaterparabel "Der Sprecher und die Souffleuse" (Regie: Pedro Martins Beja, Premiere im Juni). Die Autorin ist Gewinnerin des Wettbewerbs der Theaterallianz, im Zuge dessen das Stück zunächst im Grazer Theater am Lend Premiere feiert und anschließend durch die teilnehmenden Theater tourt.

Verstärkt hat man das Programm im Nachbarhaus: Dort bringt der junge Hamburger Autor Felix Krakau sein "Café Bravo" zur Uraufführung - eine Hommage an das prominente Jugendmagazin (Premiere: 31. Oktober). Anna Marboe inszeniert eine Theaterversion von Teresa Präauers "Oh Schimmi" (Premiere: 24. November). Darüber hinaus bietet man zahlreiche Specials und Kooperationen. In diesem Zusammenhang verwies der kaufmännische Geschäftsführer Matthias Riesenhuber auf die Tatsache, "dass wir kaum eine Produktion ohne Partner realisieren". Die Anwerbung von Drittmitteln sei inzwischen ein wesentlicher Pfeiler des Budgets. Er verwies jedoch darauf, dass die so akquirierten 100.000 Euro sich aus zahlreichen Kleinbeträgen zusammensetzen. Schweigen dazu: "Da sind wir am Limit, mehr geht nicht mehr".

Im Bereich der Abos gibt es künftig die Möglichkeit, "Hausfreund" des Theaters zu werden. Zum Preis von 99 Euro können alle Vorstellungen (außer Premieren, Gastspiele und Einmietungen) besucht werden, als "Hausfreund Gold" (299 Euro pro Jahr) gilt man als Unterstützer des Hauses und kann auch an jeder Premiere teilnehmen. Ein solcher ist Ex-Kulturminister Rudolf Scholten, der im Rahmen der Pressekonferenz für die Unterstützung des Hauses warb. Besonders freut man sich über den hohen Anteil von Besuchern unter 30 Jahren, die über 50 Prozent ausmachen. Die Auslastung betrage konstant rund 80 Prozent.

Von der Stadt Wien habe man erneut einen Vierjahres-Vertrag bekommen (jährlich 1,5 Mio. Euro), vom Bund kommen rund 400.000 Euro. Auch hier beklagte Riesenhuber das Problem der Nicht-Indexierung, die für das Haus real einen Rückgang der Subventionen bedeuten. Nichtsdestotrotz geht das Team "angespornt wie nie" in die kommende Saison.

(S E R V I C E - www.schauspielhaus.at)





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-07 13:22:02
Letzte Änderung am 2018-09-07 13:22:53


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