2005 haben einander Gudrun Nikodem-Eichenhardt und Caroline Athanasiadis am Wiener Konservatorium kennen und schätzen gelernt - seither machen sie als Kernölamazonen steirisch-griechisches Musikkabarett. Was aber wäre passiert, wenn sie einander nie begegnet wären? Diese Frage ist in ihrem neuen Programm der Ausgangspunkt für allerlei absurde Szenen, in denen sie Nummernkabarett vom Feinsten zeigen. Tabulos wird da alles Mögliche durch den Kakao gezogen, ob Märchenprinzessinen, der Amtsschimmel, das "Weiße Rössl", das sie in siebeneinhalb Minuten zusammenfassen ("Sister Act" geht sogar deutlich kürzer), oder auch die beiden selbst.

Letzteres sogar doppelt, denn sie spielen auch ihre eigene Vorgruppe: zwei total überdrehte, hyperventilierende Groupies, die nun endlich mit ihren großen Idolen auf Tour gehen dürfen. Im Intro steckt denn auch ein bisschen gar viel Selbstinszenierung, bei der auch das Publikum in Mitleidenschaft gezogen wird. Aber Understatement ist die Sache der Kernölamazonen nicht, höchstens kostümtechnisch. Denn die beiden lassen sich von keinem Modediktat vorschreiben, in welchen Outfits sie aufzutreten haben, und nutzen die gewählte Kleidung auch gleich für selbstironische Gags.

Dabei sind sie nicht nur wohltuend geerdet (um nicht zu sagen: erdig), sondern auch ungeheuer lustig. Noch mehr aber in ihren verschiedenen Szenen, die vielleicht nicht inhaltliche Tiefe, dafür aber hohen Unterhaltungswert haben. Auch, weil die große und die kleine Kernölamazone eine enorme Bühnenpräsenz haben und ihr hohes Gag-Tempo bis zum Ende durchziehen.

Kabarett

Kernölamazonen:
Was wäre wenn

Wh.: 20./21. Sept. Oval Salzburg,

22. Sept. Bühne am Hof (NÖ),

26. Sept. Casanova Wien