Wien. (pat) "Wir wollen ein Ort der Vielfalt und multiplen Perspektiven sein", so die soeben bis 2022/23 verlängerte brut-Intendantin Kira Kirsch bei der Spielzeitpressekonferenz. "Wir scheuen Komplexität und Abstraktion nicht." Diesem Motto folgend, wird die Saison eröffnet mit einer "Queer Journey Through Theatre": Der Theatermacher Gin Müller wird mit einer Vielzahl an Künstlerinnen die Theatergeschichte von der Antike bis zur Gegenwart nach queeren Gesichtspunkten hinterfragen. Das Projekt läuft von 11. bis 25. Oktober im neuen brut-Spielraum. Die Räumlichkeiten der ehemaligen Theater mbH in der Zieglergasse Nr. 25 wurden als "studio brut" revitalisiert und in dieser Spielzeit erstmals genutzt.

Das brut-Haupthaus, die Bühne im Künstlerhaus, ist wegen umfassender Renovierungsarbeiten bereits das zweite Jahr geschlossen. Läuft alles nach Plan, kann die Bühne im Herbst 2019 wieder bezogen werden.

Der kaufmännische Leiter Richard Schweitzer freut sich über die langfristige Förderzusage der Stadt Wien, die eine gleichbleibende Subvention für die kommenden vier Jahre vorsieht. Die Auslastung im Vorjahr belief sich, trotz 27 Spielorte in 15 Wiener Gemeindebezirken, auf 90 Prozent, rund 10.000 Zuschauer besuchten eines von 56 Projekten oder 147 Veranstaltungen. Über 60 Künstler aus 13 Ländern gastierten im brut.

Eines der erfolgreichsten Produktionen war "Dirty Faust", ein Spiel des Performancekollektivs Nesterval, das auch in der laufenden Saison mit einem neuen Projekt vertreten ist: In "Das Dorf" steht dieses Mal das Landleben am Prüfstand (Premiere: 25. Oktober). Auch gibt es ein Wiedersehen mit dem steirischen Kollektiv Die Rabtaldirndln, die sich in "Böse Frauen" mit den Mordserien der sogenannten "Lainzer Mordschwestern" auseinandersetzen (Premiere: 12. Dezember).

In Sachen zeitgenössischer Tanz ist Claire Levèvre mit "Welcome to the Fisch-Haus" vertreten sowie Simon Meyer mit "Requiem". Es gibt eine Zusammenarbeit mit Wien Modern ("Safe" mit Julie Pfleiderer & Ictus Ensemble) sowie einen Theaterausflug nach Prag ("Invisible Republic - #stilllovingtherevolution" von andompany&Co.).