Spielt Pepi Hopf oder arbeitet er, wenn er auf der Bühne sitzt? - © Moritz Ziegler
Spielt Pepi Hopf oder arbeitet er, wenn er auf der Bühne sitzt? - © Moritz Ziegler

Pepi Hopf ist ein alter Hase in der Kabarettszene. Und so serviert er sein neues Programm routiniert, auf einem Barhocker sitzend. Den Oberkörper meist zurückgelehnt und mit den Händen gestikulierend, die das Gesagte untermauern, hat er die volle Aufmerksamkeit seines Publikums. Seine tiefe Stimme und der Wiener Dialekt machen den Kabarettisten, der aus einer Gärtnerfamilie stammt, authentisch.

In "Gemmas an!" widmet sich Hopf diesmal dem Thema Arbeit. Bloß: Wie soll er, der Kabarettist, über die Arbeit reden? Schließlich geht er zum Spielen auf die Bühne. Spielen. Nicht arbeiten. Kurzum, ein Kabarettist hat mit dem Thema Arbeit genauso viel am Hut "wie Red Bull Salzburg mit der Champions League", meint Hopf. Und auch der Wiener, wie Hopf einer ist, hat die Arbeit nicht gerade erfunden. Letztlich findet der Kabarettist aber doch einen Zugang und stellt fest: "Wenn der Kickl Innenminister ist, kann auch ich ein Programm über Arbeit machen."

Politisches Kabarett ist man von ihm bisher nicht unbedingt gewohnt. Diesmal hingegen widmet er sich in Anbetracht der Umstände den Themen der heimischen Politik, die ihm Lacher garantieren. Als stellvertretender Obmann eines Sportvereins darf er ja sehr wohl mitreden: über die Polizeipferde; Wladimir Putins Besuch bei Karin Kneissls Hochzeit; die Karriere des Bundeskanzlers; die SPÖ in der Opposition; und nicht zuletzt die Suche nach einem neuen Spitzenkandidat bei den Wiener Grünen. Wobei wir wieder bei der Arbeit wären. Politiker, Handwerker, Angestellte und Beamte, jeden rückt Hopf an diesem Abend ins Rampenlicht. Menschen, die den Berufsplänen von Vater oder Mutter (zum Beispiel ein Studium mit abschließendem Doktortitel) meist nicht gerecht geworden sind.

Es geht aber nicht nur um Politik. So befasst sich Hopf auch mit der nächsten Generation: "Was ist nur mit der heutigen Jugend los? Die gehen um elf erst fort, da haben wir schon gespieben." Vom Publikum erntet er für diese Feststellung Zustimmung. Youtube-Stars wollen sie werden, die Jungen von heute. Wer über diesen Berufswunsch den Kopf schüttelt, dem schreibt Hopf ins Stammbuch: "Kinder sind nicht unsere zweite Chance im Leben." Oder haben Sie sich selbst an die Wünsche Ihrer Eltern gehalten? Eben.

Dem Publikum gefällt Hopfs neues Programm, das mit entsprechendem Applaus belohnt wird. Guter Auftritt, gut gearbeitet. Pardon - gut gespielt.