"Liliom" im Off Theater. - © Günter Macho
"Liliom" im Off Theater. - © Günter Macho

Wenn du lange genug in einen Ikea-Katalog schaust, schaut das Billy-Regal auch in dich hinein. Sagt Ernst Kurt Weigel, Regisseur des Abends, in seiner Rolle als Gangster Fiscur beziehungsweise Anarchist Tyler Durden. Das neueste "Mash-up" des Bernhard Ensembles kombiniert unter dem Titel "Liliom.Club" Ferenc Molnárs 1909 uraufgeführtes Theaterstück "Liliom" mit dem 1999 veröffentlichten "Fight Club", David Finchers Romanverfilmung nach Chuck Palahniuk. Und, lautet die Frage, geht sich das aus?

Kurz gesagt: Nein. Lang gesagt: Es wimmelt vor Ungereimtheiten und unmotivierten Übergängen zwischen den beiden Stoffen. Zur Geschichte vom mittellosen, ehemaligen Prater-Ausrufer Liliom und der Geschichte des namenlosen Erzählers mit dissoziativer Persönlichkeitsstörung kommen plumpe, wienerische Aktualitätsbezüge. Es ist die Rede von Barbara Karlich, von der MA 48, Pinkafeld und Tinder. Eine schale Soundkulisse betont die Monotonie der alle Pointen verschleppenden Dialoge.

Aber die Prügelei-Szenen! Darauf scheint es "Liliom.Club" abgesehen zu haben. Es gibt sie in langsam oder schnell, mit trashigem Sound-Effekt oder alle wild durcheinander. Schließlich prügeln sowohl Liliom als auch alle im "Fight Club". Was sind "echte Männer"? Fragt deswegen die Selbsthilfegruppe im Sesselkreis und sucht nach grünen Energie-Eiern. "Echte Männer brauchen Chaos", sie lassen das Riesenrad explodieren, morden russische Investoren, misshandeln Frauen und öffnen die Balkan-Route. Kurz gesagt: Wie bitte?