• vom 11.10.2018, 17:16 Uhr

Bühne

Update: 11.10.2018, 17:28 Uhr

Theater

Hommage an Helmut Qualtinger




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (266)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Gerald Jatzek (WZ Online)

  • Georg Biron erinnert an den Schöpfer des Herrn Karl.

Qualtinger und sein Biograph.

Qualtinger und sein Biograph.© Georg Biron Qualtinger und sein Biograph.© Georg Biron

Er verkörperte wie kein Anderer die dunklen Seiten des Österreichers: Helmut Qualtinger, Schauspieler, Autor, Kabarettist, der am 8. Oktober neunzig Jahre alt geworden wäre. Er spielte (und schrieb mit Carl Merz) den Herrn Karl, den Fleischhauer Oskar in den "Geschichten aus dem Wiener Wald" und ein gesamtes Ensemble für "Die letzten Tage der Menschheit". Er brachte die Leute zum Lachen und zum Weinen - und hätte sie gerne öfter zum Denken gebracht. Wie schwierig das freilich ist, konnte Qualtinger bei einem seiner literarischen Lehrmeister nach- und vorlesen. "Der Menschheit wird die Kugel bei einem Ohr hinein und beim anderen herausgegangen sein", schrieb Karl Kraus über den Ersten Weltkrieg.

Nach zehn Jahren Kabarett zog Qualtinger die Konsequenz aus der erdrückend gewordenen Zuneigung des Publikums: "Sie vernichteten uns mit Applaus. Deshalb habe ich aufgehört."

Nun widmet ihm sein Biograph Georg Biron eine Hommage, bei der ihn Roman Gregory, Tini Kainrath, Christoph Krutzler, Robert Reinagl, Mario Schober sowie Katharina Stemberger unterstützen. Dabei erwarten die Zuschauer in der Komödie am Kai sowohl Anekdoten und urbane Mythen wie Texte und Szenen Qualtingers.

Biron selbst gibt den Herrn Karl, den immer wieder aktuellen Typus des Mitläufers, bei dem ausgepräftes Selbstmitleid jede Erkenntnis persönlicher Schuld erfolgreich verhindert.

"Dem Qualtinger sein Neunziger"

Information

Buchtipp
Georg Biron: Quasi Herr Karl", Braumüller Verlag, Wien 2011

Am 14. und15. sowie am 21. und 22. Oktober 2018 um 20.15 in der Komödie am Kai. Franz-Josefs-Kai 29, 1010 Wien.

Tickets unter: (01) 5332434 bzw. online.





1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-10-11 15:43:53
Letzte Änderung am 2018-10-11 17:28:37


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Netflix kann auch Kino-Magie
  2. "Die Weiden" erleiden Schiffbruch an der Staatsoper
  3. William Shatners Weihnachts-CD, eine bizarre Bescherung
  4. Musical-Star Drew Sarich an der Volksoper
  5. Warum Fake News oft auf fruchtbaren Boden fallen
Meistkommentiert
  1. Gefährliche Predigten
  2. "Kurz bringt die Rechtsextremen in den Mainstream"
  3. "Die Weißwurst muss dir freundlich gesinnt sein"
  4. "Die Weiden" erleiden Schiffbruch an der Staatsoper
  5. Karger "Don Carlos" in der Kammeroper

Werbung



Förderpreisgewinner Christoph Fritz mit Moderatorin Verena Scheitz und "vormagazin"-Chefredakteur Christoph Langecker.

Peter Handke bei der Verleihung des 19. Wiener Theaterpreises "Nestroy" im Theater an der Wien. Hier mit dem Preis für sein Lebenswerk. Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.


Werbung