Es ist eine Sandlandschaft im orangefarbenen Dämmerlicht. Langsam kommt ein Performer nach dem anderen aus dem schwarzen Bühnenhintergrund in einer Art Wiege- und Wechselschritt frontal auf das Publikum zu - musikalisch getragen von Trommeln. An der Bühnenfront angekommen, verschwinden sie wieder im Schatten, um wenig später erneut von hinten kommend lostänzeln. Einzeln, später dann zu zweit oder zu dritt - die Schritte variieren. Auch der Rhythmus der Trommel verändert sich, Geräusche kommen dazu. Irgendwann verfällt man in eine Art Meditation und wartet auf ein Crescendo mit furiosem Höhepunkt. Doch vergebens: Amanda Piña tarnt und täuscht. Mit Absicht.

Die mexikanisch-chilenisch-österreichische Choreografin und Tänzerin widmet sich in der Performance "Danza y frontera", die am Freitag im Tanzquartier Wien Premiere feierte, einem präkolonialen Tanz, der auch heute noch im Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko zu sehen ist. Sie vermischt hier Traditionelles mit heutiger Popkultur, deutet vieles an, führt es aber nie weiter oder gar zu Ende. Dazu benötigt man Sitzfleisch und die Fähigkeit, sich auf ihren Stil einzulassen. Dann steht der Begeisterung nichts entgegen. Was allerdings die Fußball-Dressen einiger Tänzer mit der Performance zu tun haben, bleibt dahingestellt.