Romy Schneider versucht, den scheinbar völlig betrunkenen Helmut Berger mit schwarzem Kaffee zu ernüchtern - Berger lacht sie aus und ist plötzlich völlig normal. Dramatischer wird es in der Freien Bühne Wieden in "Affinitäten" von René Rumpold nicht, der Rest sind mehr oder weniger emotionale Dialoge, die man sich genau so in einem Hörspiel vorstellen könnte - aber gar nicht möchte.

Was einander in diesem Zwei-Personen-Stück Romy Schneider im goldenen und Helmut Berger im silbergrauen Bademantel in Drehpausen zum Visconti-Film "Ludwig II." zu erzählen haben, bestätigt nur sämtliche Klischee-Vorstellungen, die man von diesen Filmgrößen hat, mit den ständig gleichen Geigentönen zwischen den einzelnen Kurzszenen.

In diesen Szenen kommen Ereignisse aus dem Leben der beiden zur Sprache - sowohl vor als auch nach dem Visconti-Dreh.

"Wir sind uns sehr ähnlich", sagt Berger einmal. "Mag sein", erwidert Romy. Stück und Inszenierung (Reinhard Hauser) sind bemüht, die Parallelen im Charakter und Schicksal der beiden aufzeigen, wie weit das gelingt, darf in Frage gestellt werden.

"Im Leben nichts"

Autor René Rumpold stellt selbst genüsslich Bergers Alkohol- und Drogenkonsum zur Schau, schwelgt in einem mehrsprachigen Vokabular an Kraftausdrücken sowie in obszöner Mimik und Gestik. Michaela Ehrenstein kann das Stück nicht retten, trifft aber zeitweise Romy Schneiders Tonfall gut und bekommt auch durchaus treffende Sätze in den Mund gelegt: "Ich kann im Leben nichts, aber auf der Leinwand alles."