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Zuerst die schlechte Nachricht: Niemand ist perfekt. Aber jetzt zur guten Nachricht: Niemand ist perfekt. So könnte die Kurzzusammenfassung von Nadja Malehs neuem Soloprogramm "Hoppala!" lauten. Denn wenn es nach der Kabarettistin geht, ist die ganze Welt ein einziges Hoppala, und das ist gut so. Begonnen hat es schon mit dem Urknall. Bei dem war Gott dabei, aber nicht schuld! Das möchte Nadja Maleh schon betonen (und erläutert in der Folge, warum sie selbst nicht Gott sein möchte).

Wer aber war nun schuld am Urknall? Natürlich die Aliens - die hier freilich sehr wienerisch daherkommen. Was kein Wunder ist, liegen Nadja Maleh doch die Wiener an sich sehr am Herzen, und so kommt das Publikum in den Genuss eines zum Brüllen komischen Wiener Genesis-Musicals (nein, nicht die Band, sondern die Schöpfungsgeschichte).

Und als sie dann auch noch ihre zahlreichen bekannten Alter Egos wie Frau Professor Gruber, Kindergärtnerin Melanie und vor allem die Inderin Mandala mit ihrem lustigen Englisch wieder auf die Bühne bringt, weiß man, warum man sich auf den Abend mit ihr gefreut hat. Denn wenn ihre samtweiche Alt-Stimme genauso unvermittelt in Quietsch-Sopran und Raunz-Tenor hinüberspringt wie sie selbst in ihre verschiedenen Rollen, ist das einfach köstlich.

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Zehn Gutscheine für besondere Momente hat Nadja Maleh gestaltet. - © WZ

Doch es wäre nicht Nadja Maleh - die Tochter eines syrischen Arztes und der Osttiroler Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen Österreich -, würde sie ihren (versteckt tiefgründigen) Ulk nicht durch ernste bis bittere Wortmeldungen durchbrechen. Weil manches, das auch einfach gesagt werden muss, eben überhaupt nicht lustig ist. Da gibt es dann auch nichts zu lachen. Aber bevor sie womöglich moralinsauer wird, sucht sie dann rasch wieder lustigere Zugänge zu ihren Themen und blödelt manchmal auch einfach nur so herum. Auch das muss sein. Selbst bei einer Nadja Maleh.