• vom 14.11.2011, 16:16 Uhr

Bühne

Update: 14.11.2011, 19:46 Uhr

Tanz

Das Zerbröckeln des Urgesteins




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Von Verena Franke

  • 30 Jahre und ein bisschen leise: Das heimische Tanztheater homunculus schließt zum Jubiläum
  • Homunculus-Leiter Nikolaus Selimov resümiert 30 Jahre Tanztheater.

"Wiener Küche" von Manfred Aichinger und Nikolaus Selimov
wurde 2006 in der Neustift Halle uraufgeführt.

"Wiener Küche" von Manfred Aichinger und Nikolaus Selimov
wurde 2006 in der Neustift Halle uraufgeführt.
"Wiener Küche" von Manfred Aichinger und Nikolaus Selimov
wurde 2006 in der Neustift Halle uraufgeführt.

Wien. Heuer feiert das Tanztheater homunculus sein 30-Jahr-Jubiläum. Doch es ist still geworden um die Gruppe, die zur Gründergeneration der zeitgenössischen Tanzszene zählt. Selbst auf der Website sucht man vergeblich nach einem Spielplan. Nikolaus Selimov, der Ensemble-Leiter, verrät im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" den Grund dafür.


"Wiener Zeitung": Was ist passiert?

Nikolaus Selimov: Wir haben beschlossen, mit dem 30. Jahr, der 30. Saison, die Arbeit zu beenden. Dies war ein langer Diskussions- und Überlegungsprozess zwischen dem Gründer Manfred Aichinger und mir. Keine Entscheidung von heute auf morgen.

Die Website vermittelt den Schwerpunkt weg von der Kompanie hin zur Ausbildungsstätte.

Nikolaus Selimov ist nun am Konservatorium Wien Leiter der Tanzausbildung.

Nikolaus Selimov ist nun am Konservatorium Wien Leiter der Tanzausbildung. Nikolaus Selimov ist nun am Konservatorium Wien Leiter der Tanzausbildung.

Ja, wobei homunculus von Beginn an auch Unterricht angeboten hat. Natürlich auch aus einer ökonomischen Notwendigkeit. In den vergangenen Jahren haben sich aber die künstlerischen Produktionsbedingungen Schritt für Schritt verändert.

Inwiefern?

Wir haben begonnen in einer Zeit, als es das Ziel war, mit möglichst vielen Menschen im Kollektiv zu arbeiten. Zu Beginn der 80er Jahre war das im Trend. Bei und für homunculus war die Kontinuität immer ein wesentlicher Ansatz; also im Hinblick auf Training, Probe und Vorstellungsphasen. Diesen Ansatz zu verfolgen, wurde aus vielerlei Gründen schwieriger. In den letzten Jahren konnten wir nur noch Stückverträge ausgeben, was auch sehr schöne Prozesse und Arbeit bedeutet. Aber der Grundgedanke, gemeinsam - nämlich über eine Saison - mit den Tänzern eine Entwicklung zu erleben, ist heute leider nicht mehr aufrechtzuhalten.

Aus finanziellen Gründen?

So ist es. Die Gelder sind vor allem seit der Jahrtausendwende nicht mehr mitgewachsen. Dann ist es eine politische Entscheidung, ob ich einem Weiterwachsen einer Szene Rechnung trage und Choreographen und Kompanien, die schon länger tätig sind, Schritte in die nächste Liga ermögliche. Es gab einen Versuch, als Liz King mit dem Tanztheater Wien an der Volksoper arbeitete. Das war das einzige Mal, in der eine Kompanie aneinegrößere Struktur angedockt wurde. Dieses Modell gibt es seither nicht mehr. Das bedauere ich.

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Schlagwörter

Tanz, Homunkulus, Schließung

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2011-11-14 16:23:15
Letzte Änderung am 2011-11-14 19:46:38


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