Lisa Schrammel, Jens Claßen, Raphael Nicholas, Georg Schubert. - © Georg Mayer

Theaterkritik

Johanna und der Feminismus

  • Im TAG versucht sich "Johanna. Eine Passion" an emanzipatorischem Verhalten.

Eine "Tochter Gottes" oder eine "Hure Satans"? Jeanne d’Arc (circa 1412 bis 1431) wurde 24 Jahre nach ihrer Hinrichtung als Häretikerin zur Märtyrerin erklärt, später heiliggesprochen und geistert als französischer Nationalmythos bis heute durch die Literatur. Im Theater an der Gumpendorfer Straße (TAG) rollt Regisseur Christian Himmelbauer... weiter




Theaterkritik

Über dem Massenmörder-Skelett1

  • Josef Winkler rechnet für das Burgtheater mit seinem Vater ab.

Eine Kärntner Tracht Prügel, die will man nicht bekommen. Das ist nämlich eine, die einen "mit blauen Würsten am Arsch" hinterlässt. Diese drastische Illustration von Brutalität ereignet sich sehr früh in dem Stück, das Josef Winkler als Auftragswerk für das Burgtheater abgeliefert hat. Das passt, macht es doch die Alltäglichkeit von Gewalt im Tun... weiter




Bei David Collins (l.) und Shane Dundas dauern die Zugaben mitunter länger als die eigentliche Show - behaupten sie zumindest. - © www.umbilicalbrothers.com

comedy

. . . und dann erst die Zugabe!

  • Die Australier Shane Dundas und David Collins alias "The Umbilical Brothers" gastieren am 27. November im Wiener Stadtsaal. Sie versprechen eine großartige Show. Und sie üben auch harsche Kritik an der australischen Asylpolitik.

"Wiener Zeitung": Ihr nennt euch "Umbilical Brothers", also "Nabelschnur-Brüder", Zwillinge quasi - dabei seid ihr ja gar keine Brüder . . . Shane: Weil es eine Art unsichtbare Nabelschnur gibt, die uns verbindet. Unsere Show funktioniert am besten funktioniert, wenn wir total synchron agieren. Einer allein auf der Bühne... weiter




"Das Wissen nimmt Umwege": Autorin Savyon Liebrecht über das Schweigen ihrer Eltern. - © R. Newald

Interview

Verlorene Stimmen3

  • Die israelische Bestsellerautorin Savyon Liebrecht über die Schoah und das Schweigen.

Die israelische Autorin Savyon Liebrecht setzt sich in ihren Büchern mit den Spätfolgen der Schoah auseinander. Die 69-jährige Bestsellerautorin schreibt von ihrer, der zweiten Generation, die mit dem Schweigen der Eltern aufgewachsen ist. Ihre Romane wie "Ein Mann und eine Frau und ein Mann" wurden vielfach ausgezeichnet... weiter




Eindringlich im Reifrock: Anna Netrebko. - © Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Sängerfest im Kitschpalast14

  • "Adriana Lecouvreur" mit Anna Netrebko an der Wiener Staatsoper.

Sollte es einen Preis für den seltsamsten Opernmord geben, würde ihn dieses Werk abräumen: In "Adriana Lecouvreur" stirbt die Titelheldin durch das Schnuppern an einem vergifteten Veilchenstrauß. Das Stück von Francesco Cilèa, 1902 uraufgeführt, treibt freilich schon vor diesem fatalen, floralen Finale seltsame Blüten... weiter




Seherin in Bedrängnis: Sophia Löffler und Chor. - © Matthias Heschl

Theaterkritik

Klage der Erben nach Paragraf postmodern10

  • Antike auf Instagram: Thomas Köcks "Die Zukunft reicht uns nicht (Klagt, Kinder, Klagt)" im Schauspielhaus Wien.

Erben ist kein Vergnügen. Lauter Formalitäten, die man meistens auch noch im Ausnahmezustand der Trauer über sich ergehen lassen muss. Und wenn man ganz großes Pech hat, dann gibt es noch Streit und man landet in der ORF-Sendung "Schauplatz Gericht". Die kommt nicht vor in Thomas Köcks neuem Stück "Die Zukunft reicht uns nicht (Klagt, Kinder... weiter




Großer Weltschmerz: Wenn Pigor (r.) nicht gerade mit Eichhorn (l.) ausgelassen tanzt, übt er bissige Gesellschaftskritik. - © Ernesto Gelles

Musikkabarett

"Ist ein Pianist hier im Saal?"4

  • Pigor & Eichhorn bleiben in "Volumen 9" ihrem Stil treu, binden dabei auch das Publikum ein und begeistern es mit einer Tanzeinlage.

Wenn der Österreicher "Kabarett" sagt, dann spricht er es weich aus und verschluckt das "tt" - der Deutsche hingegen spuckt den Dppelbuchstaben am Wortende richtig hart aus, wodurch auch eien gewisse Bissigkeit mitklingt. Diese zieht sich auch durch den Altherren-Rap von Thomas Pigor, während sein genialer Compagnon Benedikt Eichhorn am Klavier... weiter




Hans-Michael Rehberg

Nachruf

Schauspieler Hans-Michael Rehberg ist tot6

Berlin. Film und Fernsehen machten ihn bekannt, aber am Theater war er eine Legende: Hans-Michael Rehberg gehörte zu den bekanntesten Schauspielern Deutschlands. Am Dienstag ist er, wie erst jetzt bekannt wurde, im Alter von 79 Jahren in Berlin gestorben. Rehberg war in seiner langen Karriere auch regelmäßig am Wiener Burgtheater und bei den... weiter




Couragiert: Chris Polick und Susy Henderson. - © VET

Theaterkritik

Mit den Waffen einer blinden Frau

  • Thriller-Klassiker "Wait until Dark" ist im Vienna’s English Theatre zu sehen.

Der US-amerikanische Thriller "Wait until Dark" (dt.: "Warte, bis es dunkel ist") bezieht seine Spannung aus einer höchst prekären Ausgangssituation: Eine Frau, die vor kurzem ihre Sehkraft verloren hat und die gerade lernt, mit dem Handicap zu leben, wird von drei Ganoven auf äußerst durchtriebene Art hintergangen und bedroht... weiter




Federnblutmeer von Oscarpreisträger Tim Yip. - © Ding Yi Jie

Festspielhaus St. Pölten

Bildertanz2

  • Das Festspielhaus St. Pölten zeigt Yang Lipings opulentes "Under Siege".

St. Pölten. Yang Liping und Tim Yip schaffen Bilder, die man als Zuseher so schnell nicht vergessen kann: Etwa, wenn tausende Federn durch die Luft schweben und die Bühne in ein imposantes Blutmeer verwandeln. So gesehen in "Under Siege". Die chinesische Choreografin und Tänzerin gastiert mit ihrem zeitgenössischen Ensemble am kommenden Sonntag mit... weiter




Andreas Vitasek bekommt im Februar 2018 den Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz verleihen. Dieser ist Teil des Deutschen Kleinkunstpreises. - © APAweb/Hans Klaus Techt

Deutscher Kleinkunstpreis

Vitasek und Eckhart erhalten Preise2

  • Österreichischer Kabarettist erhält Ehrenpreis, Slammerin mit Förderpreis bedacht.

Mainz. Die politische Kabarettistin Simone Solga, der Musikpoet Marco Tschirpke und Comedy-Schriftsteller Torsten Sträter gehören zu den Trägern des Deutschen Kleinkunstpreises 2018. Der österreichische Kabarettist Andreas Vitasek erhält den Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz, über den Förderpreis der Stadt Mainz freut sich die steirische... weiter




An den Söhnen und Töchtern interessiert: Gürbaca. - © Pipprich

Neuproduktion

Ein Wagner-Wagnis7

  • Das Theater an der Wien schmiedet den "Ring" neu - in drei statt vier Teilen.

Wien. (irr) Wirklich neu sind Ausschnitte aus dem "Ring des Nibelungen" am Theater an der Wien nicht: 1863 hat Richard Wagner hier selbst bei einem Konzert einige Kostproben jener Klänge gegeben, die er bis zum Jahr 1876 zum opulenten Opernvierteiler weiterentwickelt hat. Diese Tetralogie wird am Wiener Haus zwar weiterhin nicht erklingen - wohl... weiter




Stehen vor ihrer zweiten Saison: Schauspiel-Chefin Hering, Intendant Hinterhäuser, Präsidentin Rabl-Stadler und Finanzdirektor Crepaz (v.l.) - © apa/Barbara Gindl

Salzburger Festspiele

"Kunst kennt keine Moral"1

  • "Passion, Ekstase und Leidenschaft": Markus Hinterhäuser und sein zweites Salzburger Programm.

Salzburg. (jubel/apa) Seine erste Salzburger Festspiel-Saison erwies sich als künstlerisch wie finanziell erfolgreich. Die von Markus Hinterhäuser selbst gelegt Latte liegt hoch. Die 2017 geschürten Erwartungen will der Intendant im kommenden Sommer mit "Passion, Ekstase und Leidenschaft" erfüllen - so das Festspielmotto 2018... weiter




Schicksal Riesenhände: Benjamin-Lew Klon. - © Armin Bardel

Musiktheaterkritik

Der kahle Clownfisch

  • Ein irres Haus: Sirene Oper bespielt ein ehemaliges Postamt mit absurdem Theater.

Wer den Aufführungsort nicht kannte, dem half ein Signal. Tuut!, dröhnte ein Schiffshorn durch die Wiener Zollergasse und dirigierte das scheinbar verirrte Festivalvolk von Wien Modern zu jener Premiere, die da hieß: "Die Reise". Anfangs freilich nicht leicht auszuloten, was dieser Termin im aufgelassenen Post- und Telegrafenamt sein soll: Oper... weiter




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Bille August.

Am Donnerstag, 15. Februar 2018, ging die Eröffnung der 68. Berlinale über den roten Teppich. Zahlreiche Stars aus nah und fern waren mit dabei.

Wissensdurstig, neugierig, seelenvoll und nachdenklich sieht David Bowie auf den Aufnahmen aus. Hier in August Wallas Zimmer. Die 75. Golden Globes wurden zur Bühne der Frauen mit einer Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligungn. "Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht", sagte die US-Entertainerin Oprah Winfrey in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk - und rührte viele im Saal zu Tränen. "Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren." Deren Tage seien nun gezählt. Jetzt müssten alle dafür kämpfen, dass es in Zukunft niemanden mehr gibt, der als Opfer "Me too" sagen muss, mahnte Winfrey. Zur ganzen Rede

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