Erfolgreiches Volksopern-Debüt: Elissa Huber als Sylva. - © Eschwé

Operetten-Kritik

Die Liebe als verzweifelter Imperativ15

  • Die "Csárdásfürstin" von Regisseur Peter Lund feierte in der Wiener Volksoper eine gelungene Premiere.

Er liebt sie, sie liebt ihn. Doch sie konnten zusammen nicht kommen. Das Schöne an der "Csárdásfürstin" und den meisten anderen Operetten: Sie können es am Schluss ja doch! Allerdings hat der gesungene Imperativ "Habt euch lieb" in Emmerich Kálmáns 1915 uraufgeführter Operette einen subtilen Beigeschmack der Dringlichkeit: Noch während ihrer... weiter





Schallstarkes Paar: Breslik und Shagimuratova. - © Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Stehen, singen, sterben4

  • Solide abgewickelt: Verdis "Traviata" an der Staatsoper.

Eine Mauer, vier Luster, ein paar Leinwände, Sessel, Tische: Es gab nicht viel einzupacken, als 2011 eine "Traviata" von Aix-en-Provence nach Wien übersiedelte. Die Kargheit tat dem Erfolg dieses Imports aber keinen Abbruch. Der weite Raum war ja auch dafür vorgesehen, dass ihn ein Star mit Strahlkraft befüllte, nämlich Natalie Dessay... weiter




Regisseur Peter Wittenberg, ein Hamburger auf Walz über deutsche und österreichische Bühnen, reduziert den Text auf die Möglichkeiten des kleinen Ensembles. Brecht selbst strich in einer späteren Fassung ganze Szenen. - © Alexi PelekanosKritik

Kritik

Wasserprobe für die Nächstenliebe3

  • "Der gute Mensch von Sezuan" von Brecht in St. Pölten.

Im Landestheater St. Pölten wird der Finger in die große Wunde der Zeit gelegt. Bertolt Brecht würde sein Parabelspiel "Der gute Mensch von Sezuan", 1943 in Zürich uraufgeführt, heute wohl "Der Gutmensch von Sezuan" nennen. Als Kommunist setzte er auf materialistische Ethik als Antwort auf das rigorose Gebot der christlichen Caritas – auch... weiter




Martina Ebm (Lisa) und August Zirner (Frederic Trömerbusch). - © R. Newman

Theaterkritik

Kulturmacher im Almtal9

  • "Vier Stern Stunden" von Daniel Glattauer in den Kammerspielen uraufgeführt.

Ein verpatzter Literaturabend für die Gäste eines Hotels im oberösterreichischen Almtal. Bis auf eine verglaste Raucherkabine wurde hier lang nichts investiert. Zwei Polstersessel, Teak und Sparbezüge, warten auf einen vorgeblich weltberühmten Autor, eine wohlvorbereitete Kulturjournalistin als Fragetante... weiter




Mit dem Glück in einer unglücklichen Gesellschaft beschäftigt sich "Trigger of happiness". - © L. Fonseca

Tanzquartier

Das Tanzquartier sucht sein Glück

  • Intendantin Bettina Kogler präsentiert das ambitionierte Saisonprogramm 2018/19.

Wien. Elio Gervasi, Chris Haring, Willi Dorner und auch Doris Uhlich: Das sind nur einige der bekanntesten österreichischen Performance-Stars mit internationalem Ruf, die in der aktuellen Saison des Tanzquartiers teils mit Premieren, teils mit Wiederaufnahmen zu sehen sein werden. Bettina Kogler, seit 1... weiter




- © Reinhard Maximilian Werner

Theaterkritik

Teufelskerl allein zu Haus6

  • Nicholas Ofczarek marschiert durch Klaus Manns "Mephisto", die Burg-Aufführung erstarrt in Pose und Behauptung.

Nachtschwarze Bühne. Ein schmaler Streifen Licht fällt auf einen Mann in weißem Anzug. Er setzt sich an den Bühnenrand und spannt ein Blatt Papier in die Schreibmaschine, tippt, die Buchstaben leuchten im Bühnenhintergrund auf: "M e p h i s t o". Beim letzten Buchstaben, der auf das Papier schlägt, erscheint Nicholas Ofczarek - und das Spiel nimmt... weiter




Lebhaft: Sophie Koch (l.) und Daniela Fally. - © Staatsoper/Michael Pöhn

Opernkritik

Heiterer Strauss-Start3

  • "Ariadne auf Naxos" an der Staatsoper als besonderes Repertoireerlebnis.

Auch wenn der Salzburger Sommer intensiv für das Wiener Staatsopernorchester gewesen sein muss: Auf Richard Strauss ist es eingeschworen, und so standen über der ersten "Ariadne auf Naxos" der neuen Saison nur guten Sterne. Mit Dirigent Patrick Lange leistete außerdem ein vielversprechender Kapellmeister Dienst und meisterte bravourös die Sprünge... weiter




Anja Herden als Shylock und Evi Kehrstephan als Jessica. - © APAweb,HERBERT NEUBAUER

Theaterkritik

Die Büchse der Badora31

  • Shakespeares "Kaufmann von Venedig" als Wechselspiel im Volkstheater.

Klatscht, liebe Gäste, so laut ihr könnt! Ein Applaus-O-Meter, vom Bundesamt für Populismus geeicht, zählt eure Dezibel. Welcher Jude soll dem "Kaufmann von Venedig" das als Pfand für einen Kredit verfallene Herz aus der Brust schneiden? Wie Lose in einer Auktion werden drei Juden-Typen zum Messer gerufen... weiter




Nicholas Ofczarek als "Mephisto" Hendrik Höfgen. - © Reinhard Werner

Interview

"Alle schreien nach Veränderung"21

  • Burg-Schauspieler Nicholas Ofczarek über Klaus Manns "Mephisto", den Rechtsruck und was er in der Politik vermisst.

Klaus Manns Schlüsselroman "Mephisto", über den Schauspieler Gustaf Gründgens und dessen Aufstieg im Dritten Reich, eröffnet am 11. September die Spielzeit am Burgtheater. Nicholas Ofczarek verkörpert die Titelrolle. "Wiener Zeitung": Wie haben Sie sich die an Gründgens angelehnte Figur des Opportunisten Hendrik Höfgen angeeignet... weiter




Opernkritik

Ein Fest der Klangfülle

  • Staatsoper: Umjubelte "Carmen" mit Erwin Schrott zum Saisonstart.

An sich ist die Geste ja im Sport zuhause. Erwin Schrott hat sie am Donnerstag einmal an der Oper vorgestellt. Von Beifall umbrandet und noch nicht ganz aus der Torero-Rolle geschlüpft, "gab er sich die Faust", wie Sportmoderatoren so sagen. Der Star-Bariton aus Uruguay ballte also eine Hand und schob den Unterarm immer wieder zackig nach vorn und... weiter




Schauspielhaus-Leiter Tomas Schweigen hat "vor dem Sommer das Angebot der Stadt Wien angenommen, meinen Vertrag bis 2023 zu verlängern". - © APAweb, Roland Schlager

Schauspielhaus Wien

Tomas Schweigen bleibt Leiter bis 2023

  • Österreichische Erstaufführung von "Die Hauptstadt" am 26. September geplant.

Wien. Das Schauspielhaus Wien will seinen "Weg eines politisch engagierten, ästhetisch und inhaltlich avancierten Autorentheaters" weitergehen. Daher hat Schauspielhaus-Leiter Tomas Schweigen "vor dem Sommer das Angebot der Stadt Wien angenommen, meinen Vertrag bis 2023 zu verlängern". Programmatisch stehe man weiterhin "für ein liberales Europa"... weiter




Schikane im Stechschritt: Rafael von Bargen als tretender Nazi-Steward, links Roman Schmelzer, rechts Sandra Cervik und Ulrich Reinthaller. - © Sepp Gallauer

Theaterkritik

Kritische Kurssetzung22

  • Politisches Kommentartheater: Daniel Kehlmanns "Die Reise der Verlorenen" in der Josefstadt.

"Und Sie, begnadet mit später Geburt, denken vielleicht gerade: ,Wer weiß, wie ich gehandelt hätte?‘ Aber ich verrate Ihnen was: Falls Sie wirklich nicht wissen, wie Sie gehandelt hätten, dann wissen Sie es schon. Dann hätten Sie gehandelt wie ich." Das sagt Otto Schiendeck (Raphael von Bargen), Ortsgruppenleiter und Nazispion auf der "SS St... weiter




Samuel Finzi im Spiel mit sich selbst. - © Bernd Uhlig

Theaterkritik

Beine breit und durch

  • Ein-Personen-Stück mit zwei Schauspielern: die Roman-Adaption "Kommt ein Pferd in eine Bar" im Akademietheater.

"Kommt ein Pferd in eine Bar" - die Pointe zu diesem Witz wird man an diesem Abend nie zu hören bekommen. Dafür eine ganze Menge andere Unterste-Schublade-Witze, die Dov Grinstein zu bieten hat. Der Stand-up-Komiker absolviert einen Auftritt in der israelischen Industriestadt Netanja. Er ist ein Publikumsbeschimpfer ersten Ranges... weiter




- © apa/Neubauer

Josefstadt

Neues auf der Traditionsbühne

  • Josefstadt-Direktor Föttinger bis 2026 verlängert, geplant ist eine neue Spielstätte.

Wien. Das Theater in der Josefstadt widmet sich in dieser Spielzeit den Gedenkjahren 1918 und 1938. Mit Daniel Kehlmanns jüngstem Stück "Die Reise der Verlorenen", in dem es um die Flucht von 937 Juden im Jahr 1939 geht, wird heute, Donnerstag, die Saison eröffnet. In einer Pressekonferenz zu Saisonbeginn gab die Josefstadt bekannt... weiter




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Tilda Swinton in einem Haute Couture Kleid des Designers Schiaparelli - das sich sogar in den Schuhen und Handschuhen optisch fortsetzt.

Gruppenbild der Jury: Präsident Guillermo del Toro (4.v.l.) gewann im Vorjahr den Goldenen Löwen für "The Shape of Water". Ganz links Venedig-Chef Alberto Barbera im Gespräch mit Christoph Waltz, ganz rechts:Biennale-Präsident Paolo Barratta. Werbung für Die Single "Baby I Love You" im Magazin Billboard 1959.

Sean Godwells Entwurf einer Kapelle erinnert beim ersten Auftritt des Vatikans auf der Architekturbiennale in Venedig auf den ersten Blick an einen aufklappbaren Würstelstand. Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen.