Furios in Gesang und Gestik: Asmik Grigorian als Salome auf der Bühne der Salzburger Felsenreitschule. - © apa/Barbara Gindl

Festspiel-Bilanz

Kraftort des Außergewöhnlichen5

  • Salzburg-Bilanz: Intensive Opern im zweiten Festspielsommer von Intendant Markus Hinterhäuser.

Natürlich gab es auch Wermutstropfen. Schade etwa, dass Constantinos Carydis, der neue heiße Name am Dirigentenmarkt, der "Zauberflöte" so mutwillige Töne entlockte. Schade auch, dass der verdiente Bariton Matthias Goerne den Sarastro sang und in der Basstiefe recht kleinlaut klang. Schade über diesen Abend hinaus... weiter





Modernes Überwältigungstheater bot Ulrich Rasche, der in seiner Inszenierung der "Perser" des Aischylos die Anfänge der Theaterkunst mit heutiger Technik nachzeichnete. - © Salzburger Festspiele/Bernd Uhlig

Salzburger Festspiele

Reduktion, Überwältigung und ein Sensations-Einspringer3

  • Die Theaterproduktionen der Salzburger Festspiele bedienten eine große stilistische Bandbreite - Philipp Hochmair triumphierte als Jedermann.

(apa/pat/hai) Eine unerwartete Umbesetzung war es, die das heurige Theaterprogramm der Salzburger Festspiele prägte: Jedermann-Einspringer Philipp Hochmair. Dass der Tausendsassa innerhalb von 30 Stunden die Rolle von dem an Lungenentzündung erkrankten Hauptdarsteller Tobias Moretti übernahm, war ein nahezu singuläres Ereignis (nur 1932 musste... weiter




Das kultische Theater der Antike erweckt Ulrich Rasche mit modernen Mitteln zu Leben. - © Festspiele/Uhlig

Theaterkritik

Schreiten im endlosen Dreh4

  • Die Salzburger Festspiele zeigen "Die Perser" von Aischylos im Landestheater.

90 Minuten reichten Michael Thalheimer für Aischylos’ Nachspiel nach den von König Xerxes verlorenen Schlachten von Salamis und Plataiai 480/89 v. Chr. Das Akademietheater behält seine "Perser" als routiniert intimes Vater-Mutter-Kind-Trauerspiel noch im Angebot. Denselben Text von Durs Grünbein, 2001... weiter




Der Männerchor, Darsteller der Boten und der Armee des Xerxes. - © APAweb Barbara GindlKritik

Salzburger Festspiele

Schreiten im endlosen Dreh9

  • "Die Perser" von Aischylos bei den Salzburger Festspielen im Landestheater.

Neunzig Minuten reichten Michael Thalheimer für Aischylos’ Nachspiel nach den von König Xerxes verlorenen Schlachten von Salamis und Plataiai 480/89 v. Chr. Das Akademietheater behält seine "Perser" als routiniert intimes Vater-Mutter-Kind-Trauerspiel noch im Angebot. Denselben Text von Durs Grünbein, 2001... weiter




Karl May schreibt seine alternative Biografie: Wolfgang Lesky und Mark Mayr in "Karl MayBe". - © Bettina Frenzel

Theaterkritik

Zurück bei Old Shatterhand9

  • Karl Mays Lebensreise wird im Theater im Bunker in Mödling nacherzählt.

Gewunden wie Ganglien im Hirn der Weg, 1000 Meter lang, über Beton, Bretter, Mulch, Sand und einen Lianendschungel hindurch im "Theater im Bunker" in Mödling. Ein passender, weil metaphorischer Raum. Denn Karl May hinterließ in seinen Abenteuerromanen die unbestritten gigantischste Kopfgeburt der deutschen Literatur... weiter




Blutiges Ende: Agaue (Tanja Ariane Baumgartner) hat ihren Sohn ermordet. - © Salzburger Festspiele/Uhlig

Opernkritik

Zwei Kübel Königsfleisch4

  • Ein schauriges, großes Festspiel-Finale: "The Bassarids" in Salzburg.

"Das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang", hat Rainer Maria Rilke einmal geschrieben. Er hat das zwar in Bezug auf Engel gedichtet. Der Satz lässt sich aber auch auf den Gott Dionysos münzen. Man darf sich diesen Patron des Rausches nicht als gemütliches Pendant zur Wiener Reblaus vorstellen... weiter




Die Leidenschaften lodern vor allem in der Musik: Olivia Vermeulen (Saiko) und Andrè Schuen (Josuke). - © Bregenzer Festspiele/Anja Köhler

Opernkritik

Aus einem Schneckenhaus4

  • Große Momente: Uraufführung von Thomas Larchers Oper "Das Jagdgewehr" bei den Bregenzer Festspielen.

Es gibt Geschichten, die lassen sich fast so einfach auf eine Bühne stellen wie ein Fertigteilhaus auf eine grüne Wiese. Thomas Larcher, der 54-jährige Tonsetzer aus Tirol, hat es sich für sein Operndebüt aber nicht leicht gemacht - und den Briefroman "Das Jagdgewehr" gewählt. Die Novelle des Japaners Yasushi Inoue (1949) schildert keine... weiter




Michael Laurenz begeisterte als Josef K. - © Salzburger Festspiele

Opernkritik

Der wortgewandte Schweigestaat3

  • Gottfried von Einems "Prozess" konzertant bei den Salzburger Festspielen.

Was für Neue Musik, was für neue Opern wären herausgekommen, hätte Gottfried von Einem, ab 1948 Direktionsmitglied der Salzburger Festspiele, tatsächlich Brecht ins Boot holen dürfen? Die prägnanten Szenen in Einems Oper "Der Prozess", die Partitur, aus der es immer wieder unverhohlen jazzelt - unwillkürlich drängt sich der Vergleich mit dem... weiter




Romanze unter Monstern: Sonya Yoncheva als Poppea (r.), Kate Lindsey als Nerone. - © apa/Barbara Gindl

Opernkritik

Poppea mit neuem Dreh9

  • Jan Lauwers hat in Salzburg erstmals Oper inszeniert: ein interessant unbefriedigender Abend.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, mit dem Störfaktor umzugehen. Man kann versuchen, sich ihm bewusst zu stellen, sich so lange auf diese quälende Gestalt auf der Bühne zu konzentrieren, bis ihre unangenehme Wirkung hoffentlich nachlässt. Man kann es aber auch mit dem Gegenteil probieren. Eine Besucherin hat dafür eine praktische Methode gefunden... weiter




An Königin Dido entzünden sich die Konflikte: Viktorija Mi kunait in der Titelrolle. - © Rupert Larl

Opernkritik

Der verliebte Karnevalsnarr2

  • Saverio Mercadantes "Didone abbandonata" bei den Festwochen der Alten Musik.

Fast 70 Mal wurde das Opernlibretto "Didone abbandonata" von Pietro Metastasio nach Episoden aus Vergils Aeneis und Ovids Fasti vertont. Die Uraufführung fand 1823 in Turin statt. Der 1795 geborene Giuseppe Saverio Mercadante war einer der Letzten in dieser Reihe. Mit der Wahl dieser Opera seria zur Eröffnung der 42... weiter




Gewagt - gewonnen: Einspringer Philipp Hochmair prägt auf eigene Weise den "Jedermann". - © apa/Gindl

Theaterkritik

Jedermann ist ein Partytiger22

  • Das Salzburger Festspielpublikum bejubelt den Titelrollen-Einspringer Philipp Hochmair.

Schafft er’s, oder schafft er’s nicht? Erst einmal, 1932, ist es in der Geschichte der Salzburger Festspiele passiert, dass Ersatz für einen Jedermann gefunden werden musste. Damals sprang Raul Lange für Paul Hartmann ein. Am Donnerstagabend war der historische Einzelfall notgedrungen Geschichte: Philipp Hochmair sprang für Tobias... weiter




Von Ersatz konnte da nicht die Rede sein, Hochmairmachte die Figur zum Lebemann par excellence. - © APAweb, Barbara GindlVideo

Salzburger Festspiele

Umjubelter Hochmair als Jedermann16

  • Philipp Hochmair zeigte eine flotte und erfrischende Interpretation der Titelrolle.

Salzburg. Schafft er's, oder schafft er's nicht? Erst einmal, 1932, ist es in der Geschichte der Salzburger Festspiele passiert, dass Ersatz für einen Jedermann gefunden werden musste. Am Donnerstagabend war der historische Einzelfall jedoch notgedrungen Geschichte: Philipp Hochmair sprang für den erkrankten Tobias Moretti ein - und drückte dem... weiter




Na? Ildar Abdrazakov pirscht sich als Möchtegern-Pascha an Cecilia Bartoli als Badenixe an. - © Salzburger Festspiele/Ruth Walz

Opernkritik

Flache Bildschirme, volle Bäuche4

  • Ein Publikumsliebling kehrt zurück: "L’italiana in Algeri" mit Cecilia Bartoli in Salzburg.

Natürlich hätte man das auch zu einer Satire über einen gewissen Politiker zuspitzen können. Ein Mann, der seine Frau durch eine junge Ausländerin ersetzen will, der dekretiert, "das einzige Gesetz ist meine Laune", und der nur nach einem noch mehr giert als nach Frauen, nämlich Ruhm - ein solcher Mann ist, jedenfalls im Lichte der globalen Presse... weiter




Das Impulstanz-Festival war auch heuer wieder gut besucht. - © Carl Lessard

Bilanz

Glückliches Impulstanz3

  • Das Festival verzeichnet heuer ein Plus an Auslastung.

Wien. Am kommenden Sonntag geht ein hitziger Festival-Monat zu Ende - nicht nur angesichts der Temperaturen. Nach vier Wochen neigt sich das Impulstanz-Festival seinem Abschluss zu - mit einer voraussichtlichen Auslastung von 97 Prozent (2017: 96 Prozent), derzeit 118.000 Besuchern, nach 157 Vorstellungen und 40.500 "besuchte Kurs-Einheiten"... weiter




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  5. Punkt! .

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Sean Godwells Entwurf einer Kapelle erinnert beim ersten Auftritt des Vatikans auf der Architekturbiennale in Venedig auf den ersten Blick an einen aufklappbaren Würstelstand. Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen.