Der Männerchor, Darsteller der Boten und der Armee des Xerxes. - © APAweb Barbara GindlKritik

Salzburger Festspiele

Schreiten im endlosen Dreh9

  • "Die Perser" von Aischylos bei den Salzburger Festspielen im Landestheater.

Neunzig Minuten reichten Michael Thalheimer für Aischylos’ Nachspiel nach den von König Xerxes verlorenen Schlachten von Salamis und Plataiai 480/89 v. Chr. Das Akademietheater behält seine "Perser" als routiniert intimes Vater-Mutter-Kind-Trauerspiel noch im Angebot. Denselben Text von Durs Grünbein, 2001... weiter





Karl May schreibt seine alternative Biografie: Wolfgang Lesky und Mark Mayr in "Karl MayBe". - © Bettina Frenzel

Theaterkritik

Zurück bei Old Shatterhand9

  • Karl Mays Lebensreise wird im Theater im Bunker in Mödling nacherzählt.

Gewunden wie Ganglien im Hirn der Weg, 1000 Meter lang, über Beton, Bretter, Mulch, Sand und einen Lianendschungel hindurch im "Theater im Bunker" in Mödling. Ein passender, weil metaphorischer Raum. Denn Karl May hinterließ in seinen Abenteuerromanen die unbestritten gigantischste Kopfgeburt der deutschen Literatur... weiter




Blutiges Ende: Agaue (Tanja Ariane Baumgartner) hat ihren Sohn ermordet. - © Salzburger Festspiele/Uhlig

Opernkritik

Zwei Kübel Königsfleisch4

  • Ein schauriges, großes Festspiel-Finale: "The Bassarids" in Salzburg.

"Das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang", hat Rainer Maria Rilke einmal geschrieben. Er hat das zwar in Bezug auf Engel gedichtet. Der Satz lässt sich aber auch auf den Gott Dionysos münzen. Man darf sich diesen Patron des Rausches nicht als gemütliches Pendant zur Wiener Reblaus vorstellen... weiter




Die Leidenschaften lodern vor allem in der Musik: Olivia Vermeulen (Saiko) und Andrè Schuen (Josuke). - © Bregenzer Festspiele/Anja Köhler

Opernkritik

Aus einem Schneckenhaus4

  • Große Momente: Uraufführung von Thomas Larchers Oper "Das Jagdgewehr" bei den Bregenzer Festspielen.

Es gibt Geschichten, die lassen sich fast so einfach auf eine Bühne stellen wie ein Fertigteilhaus auf eine grüne Wiese. Thomas Larcher, der 54-jährige Tonsetzer aus Tirol, hat es sich für sein Operndebüt aber nicht leicht gemacht - und den Briefroman "Das Jagdgewehr" gewählt. Die Novelle des Japaners Yasushi Inoue (1949) schildert keine... weiter




Michael Laurenz begeisterte als Josef K. - © Salzburger Festspiele

Opernkritik

Der wortgewandte Schweigestaat3

  • Gottfried von Einems "Prozess" konzertant bei den Salzburger Festspielen.

Was für Neue Musik, was für neue Opern wären herausgekommen, hätte Gottfried von Einem, ab 1948 Direktionsmitglied der Salzburger Festspiele, tatsächlich Brecht ins Boot holen dürfen? Die prägnanten Szenen in Einems Oper "Der Prozess", die Partitur, aus der es immer wieder unverhohlen jazzelt - unwillkürlich drängt sich der Vergleich mit dem... weiter




Romanze unter Monstern: Sonya Yoncheva als Poppea (r.), Kate Lindsey als Nerone. - © apa/Barbara Gindl

Opernkritik

Poppea mit neuem Dreh9

  • Jan Lauwers hat in Salzburg erstmals Oper inszeniert: ein interessant unbefriedigender Abend.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, mit dem Störfaktor umzugehen. Man kann versuchen, sich ihm bewusst zu stellen, sich so lange auf diese quälende Gestalt auf der Bühne zu konzentrieren, bis ihre unangenehme Wirkung hoffentlich nachlässt. Man kann es aber auch mit dem Gegenteil probieren. Eine Besucherin hat dafür eine praktische Methode gefunden... weiter




An Königin Dido entzünden sich die Konflikte: Viktorija Mi kunait in der Titelrolle. - © Rupert Larl

Opernkritik

Der verliebte Karnevalsnarr2

  • Saverio Mercadantes "Didone abbandonata" bei den Festwochen der Alten Musik.

Fast 70 Mal wurde das Opernlibretto "Didone abbandonata" von Pietro Metastasio nach Episoden aus Vergils Aeneis und Ovids Fasti vertont. Die Uraufführung fand 1823 in Turin statt. Der 1795 geborene Giuseppe Saverio Mercadante war einer der Letzten in dieser Reihe. Mit der Wahl dieser Opera seria zur Eröffnung der 42... weiter




Gewagt - gewonnen: Einspringer Philipp Hochmair prägt auf eigene Weise den "Jedermann". - © apa/Gindl

Theaterkritik

Jedermann ist ein Partytiger22

  • Das Salzburger Festspielpublikum bejubelt den Titelrollen-Einspringer Philipp Hochmair.

Schafft er’s, oder schafft er’s nicht? Erst einmal, 1932, ist es in der Geschichte der Salzburger Festspiele passiert, dass Ersatz für einen Jedermann gefunden werden musste. Damals sprang Raul Lange für Paul Hartmann ein. Am Donnerstagabend war der historische Einzelfall notgedrungen Geschichte: Philipp Hochmair sprang für Tobias... weiter




Von Ersatz konnte da nicht die Rede sein, Hochmairmachte die Figur zum Lebemann par excellence. - © APAweb, Barbara GindlVideo

Salzburger Festspiele

Umjubelter Hochmair als Jedermann16

  • Philipp Hochmair zeigte eine flotte und erfrischende Interpretation der Titelrolle.

Salzburg. Schafft er's, oder schafft er's nicht? Erst einmal, 1932, ist es in der Geschichte der Salzburger Festspiele passiert, dass Ersatz für einen Jedermann gefunden werden musste. Am Donnerstagabend war der historische Einzelfall jedoch notgedrungen Geschichte: Philipp Hochmair sprang für den erkrankten Tobias Moretti ein - und drückte dem... weiter




Na? Ildar Abdrazakov pirscht sich als Möchtegern-Pascha an Cecilia Bartoli als Badenixe an. - © Salzburger Festspiele/Ruth Walz

Opernkritik

Flache Bildschirme, volle Bäuche4

  • Ein Publikumsliebling kehrt zurück: "L’italiana in Algeri" mit Cecilia Bartoli in Salzburg.

Natürlich hätte man das auch zu einer Satire über einen gewissen Politiker zuspitzen können. Ein Mann, der seine Frau durch eine junge Ausländerin ersetzen will, der dekretiert, "das einzige Gesetz ist meine Laune", und der nur nach einem noch mehr giert als nach Frauen, nämlich Ruhm - ein solcher Mann ist, jedenfalls im Lichte der globalen Presse... weiter




Das Impulstanz-Festival war auch heuer wieder gut besucht. - © Carl Lessard

Bilanz

Glückliches Impulstanz3

  • Das Festival verzeichnet heuer ein Plus an Auslastung.

Wien. Am kommenden Sonntag geht ein hitziger Festival-Monat zu Ende - nicht nur angesichts der Temperaturen. Nach vier Wochen neigt sich das Impulstanz-Festival seinem Abschluss zu - mit einer voraussichtlichen Auslastung von 97 Prozent (2017: 96 Prozent), derzeit 118.000 Besuchern, nach 157 Vorstellungen und 40.500 "besuchte Kurs-Einheiten"... weiter




Wenn die Psyche in Schieflage gerät: Samuel Finzi und Mavie Hörbiger. - © Salzburger Festspiele/Bernd UhligVideo

Theaterkritik

Kampf gegen Windmühlen3

  • Samuel Finzi verzettelt sich in David Grossmans "Kommt ein Pferd in die Bar".

Während das Publikum die Plätze im Republic einnimmt, einer Nebenspielstätte der Salzburger Festspiele, erklingt Barmusik. "Que será, será". Am Bühnenrand steht ein Pianino ohne Verschalung, man blickt in das Innenleben, die nackte Mechanik, symptomatisch für die bevorstehende Innenschau des Stand-up-Comedian Dov Grinstein aus David Grossmans Roman... weiter




Salzburger Festspiele

Tobias Moretti an Lungenentzündung erkrankt13

  • Philipp Hochmair springt für erkrankten "Jedermann"-Darsteller ein.

Salzburg. Schauspieler Tobias Moretti, derzeit bei den Salzburger Festspielen als "Jedermann"-Darsteller zu sehen, ist an akuter Lungenentzündung erkrankt. Deshalb kann er bei der nächsten "Jedermann"-Vorstellung am Donnerstag, um 21.00 Uhr, nicht auftreten. Das teilten die Salzburger Festspiele mit... weiter




Louise Lecavalier beim Impulstanz Festival. - © Andre Cornellier

Performance-Kritik

Die Bühne, eine Tanzarena3

  • Louise Lecavalier und Fou Glorieux sind ein furioses Duett mit speziellem Bewegungsrepertoire.

Es ist ein Ritter ohne Körper, der Louise Lecavalier zur Tänzerin ohne Emotionen werden lässt. Zumindest in ihrem Stück "Battle-ground", das zurzeit im Rahmen von Impulstanz zu sehen ist. Die 59-jährige Kanadierin und die La-La-La-Human-Steps-Tänzerin wurde von Italo Calvinos Buch "Der Ritter, den es nicht gab" zu einem tänzerischen Schlachtfeld... weiter




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Gruppenbild der Jury: Präsident Guillermo del Toro (4.v.l.) gewann im Vorjahr den Goldenen Löwen für "The Shape of Water". Ganz links Venedig-Chef Alberto Barbera im Gespräch mit Christoph Waltz, ganz rechts:Biennale-Präsident Paolo Barratta. Werbung für Die Single "Baby I Love You" im Magazin Billboard 1959.

Sean Godwells Entwurf einer Kapelle erinnert beim ersten Auftritt des Vatikans auf der Architekturbiennale in Venedig auf den ersten Blick an einen aufklappbaren Würstelstand. Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen.