Theaterkritik

Alles und nichts

  • Romy Schneider und Helmut Berger in Wieden.

Romy Schneider versucht, den scheinbar völlig betrunkenen Helmut Berger mit schwarzem Kaffee zu ernüchtern - Berger lacht sie aus und ist plötzlich völlig normal. Dramatischer wird es in der Freien Bühne Wieden in "Affinitäten" von René Rumpold nicht, der Rest sind mehr oder weniger emotionale Dialoge... weiter





Die Echten in Aktion: Alexander Wartha, Christine Kisielewsky, Franz Alexander Langer und Stephan Gleixner. Foto: WZ

Kabarett

Weniger reden - mehr singen!1

  • Die Echten machen auch im neuen Programm das, was sie am besten können: A-Capella-Musikkabarett.

Ein bisschen erinnern Die Echten (Christine Kisielewsky, Stephan Gleixner, Franz Alexander Langer und Alexander Wartha) an Pinguine. Nein, nicht wegen des Bühnen-Outfits (Franz trägt sogar Frack zum schwarzen Shirt). Sondern weil sie wie die Wasservögel an Land (im Fall der Echten ist dies das freie Sprechen zwischen den Liedern) zumindest noch bei... weiter




Klytämnestra im Paternoster: Waltraud Meier . - © Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Elektrisierend5

  • Mit dem Paternoster in den Keller des Grauens: "Elektra" in der Staatsoper.

Es sind kraftvolle Bilder: die Nacktheit der Menschen, blutverschmiert, vor der grauen, kahlen Wand. Passend dazu der erste schrille Akkord vom Orchester. Wir befinden uns in Richard Strauss’ "Elektra". Es ist eine intensive Oper, deren Poesie wie Brutalität in dieser minimalistischen Inszenierung... weiter




Kabarett

Intuition mit Loop6

  • Thomas Franz-Riegler tourt mit "Jo eh" durchs Land.

"Der Hausverstand ist der letzte Wächter an der Außengrenze der Intelligenz", so Thomas Franz-Riegler bei seinem neuesten Programm "Jo eh" bei der Premiere in der Wiener Kulisse. Und da dieser außerdem weder mehr Wissen noch mehr Spaß bringt, setzt der Kabarettist in seinem Programm auf die Intuition... weiter




Keine Amtshandlung: Polizistin Mona (Michaela Schausberger) vergenusszwergelt Oleg (Felix Oitzinger). - © barbara Palffy/Volkstheater

Theaterkritik

Namaste - jo eh2

  • "Planet der Waffen - Zaun und Zeit" unterhält im Volx Margareten als Western-Seifenoper.

Wenn man bei Waffen Schmid eine Pistole neuesten Modells kauft, gibt es beim örtlichen Wirten eine Brettljause gratis dazu. Die Aktion heißt "Ein Schuss Heimat". In der "erbarmungslosen Wildnis" von Zwetschgau County in der Südsteiermark muss man sich schon etwas einfallen lassen, um seine Puffn an den Mann zu bringen... weiter




Strahlendes Zentrum: Joyce DiDonato als Dido. - © Staatsoper/Michael Pöhn

Staatsoper

Es braucht so wenig17

  • Ein strotzender Kraftakt: Hector Berlioz’ Mammutoper "Les Troyens" an der Staatsoper.

Eine Sängerin im Silberkleid vor dem schwarzen Vorhang an der Bühnenrampe, ein einzelner bläulicher Scheinwerfer und die unermessliche Bandbreite menschlicher Emotionen von gramvollem Sehnen über schäumende Rage bis zu verzweifeltem Schmerz. Dazu ein umsichtiger Dirigent, der all diese Nuancen mit dem differenzierten Orchester umfängt und trägt... weiter




Welch ein Käse: Der Ratsdiener (Georg Wacks) hat Appetit.

Opernkritik

Gags, Gags, Gags7

  • Die Volksoper nützt "Zar und Zimmermann" zum Durchspielen aller gängigen Holland-Klischees.

Schon die mit holländischem Akzent und leicht süffisant eingesprochene Durchsage, man möge sein Handy abdrehen, sorgt in der Premiere von Albert Lortzings Spieloper "Zar und Zimmermann" für die ersten Lacher und bekommt einen großzügigen Zwischenapplaus. Die humoristische Latte des Abends ist damit gelegt und schnell wird klar: Entweder man stellt... weiter




Opernkritik

Wenn die Stimmen stimmen4

Ja, in Wolfgang Amadeus Mozarts "Le Nozze di Figaro" darf auch gelacht werden. Immerhin ist es eine Opera buffa und bei all den Verwirrspielen, die auch einiges schauspielerisches Talent zutage fördern, wird der Gute-Laune-Effekt voll ausgeschöpft. Diesem Umstand werden in der 47. Aufführung dieser Inszenierung von Jean-Louis Martinoty einige... weiter




Kerle, Krawatten und Knarren: "Tell" im Theater an der Wien, mit Tenor John Osborn. - © Moritz Schell

Opernkritik

Durch diesen hohlen Abend muss er kommen9

  • Am Ziel vorbei: die Rossini-Oper "Guillaume Tell" im Theater an der Wien.

Schweizer Wochen auf den Wiener Bühnen: Nach der Uraufführung von "Heidi", dem Melkkuh-Musical von Michael Schanze im Museumsquartier, setzte es nun einen Nachschlag im Zeichen der Eidgenossen. Seit Samstag lässt das Theater an der Wien Wilhelm Tell - oder richtiger "Guillaume Tell", wie er in der Rossini-Oper heißt - mit der Armbrust hantieren... weiter




"Mir geht es darum, das Vertrauen in die Festwochen wieder aufzubauen und die Neugier auf künstlerische Begegnungen zu wecken", sagt Neo-Festwochen-Intendant Christophe Slagmuylder. - © apa

Neu-Intendanz

Theater für Zeitgenossen

  • Christophe Slagmuylder leitet die Festwochen 2019 interimistisch, ab 2020 mit Fünfjahresvertrag.

Wien. Die Wiener Kulturpolitik hält derzeit einige Baustellen bereit - wichtige Institutionen wie das Volkstheater und die Kunsthalle stehen noch vor der Neuorientierung, die Wiener Festwochen brachte Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler hingegen mit ihrer jüngsten Personalentscheidung wieder auf Kurs... weiter




Der Belgier Christophe Slagmuylder bei der Pressekonferenz anlässlich seiner Präsentation als zukünftiger Intendant der Wiener Festwochen in Wien. - © APAweb / Hans Klaus Techt

Kunstfestival

Slagmuylder wird Intendant der Wiener Festwochen

  • Der Belgier soll die Geschicke des Festivals von 2020 bis 2024 leiten.

Wien. Christophe Slagmuylder, der die Wiener Festwochen nach dem Abgang von Tomas Zierhofer-Kin im kommenden Jahr interimistisch leitet, bleibt dem Festival auch darüber hinaus erhalten. Wie das Büro von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) am Montag bekanntgab, entschied der Belgier die Ausschreibung für sich... weiter




- © www.schiffer-foto.com

comedy

Nina, Sex und Handys

  • Laut und lustig lautet die Devise in Nina Hartmanns neuem Programm.

Der Titel ("Laut") ist Programm bei Nina Hartmanns neuem Solostück, das eher im Bereich Comedy denn Kabarett zu verorten ist. Weil es darin sehr viel privaten Ulk und wenig aus dem Bereich Politik- oder Gesellschaftskritik gibt. Stattdessen plaudert die resche Tirolerin ungeniert nicht nur über ihre schwerhörige Oma... weiter




Fast bedrohlich, in angedeuteter Folklore tanzen die Performer in Richtung Publikum. - © Hubert Marz

Performance-Kritik

Tarnen und Täuschen2

  • Amanda Piña lenkt den performativen Blick an die Grenze der USA und Mexikos.

Es ist eine Sandlandschaft im orangefarbenen Dämmerlicht. Langsam kommt ein Performer nach dem anderen aus dem schwarzen Bühnenhintergrund in einer Art Wiege- und Wechselschritt frontal auf das Publikum zu - musikalisch getragen von Trommeln. An der Bühnenfront angekommen, verschwinden sie wieder im Schatten... weiter




Übrig bleibt der Klamauk: Ulli Maier und Johannes Silberschneider sorgen für Gags. - © Herwig Prammer

Theaterkritik

Klamauk um ein Politfossil8

  • Alexander Kubelka inszenierte Peter Turrinis "Josef und Maria" in den Wiener Kammerspielen.

Schlichte, berührende Avantgarde war das 1980 im Haus der Jugend in Graz beim "steirischen herbst", als Heinz Moog und Elisabeth Epp erstmals "Maria und Josef" vorstellten. Damals gab es noch die Sowjetunion, Dichterverfolgungen in der ČSSR und die "Volksstimme" als Tageszeitung. Ein Paar gedemütigter Menschen mit Vergangenheit findet am... weiter




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Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.

Ignaz Kirchner als "Samiel", 2007, während der Fotoprobe von "Der Freischuetz" in Salzburg.  Das Tutu ist das Spezifikum der Ballerina, die elfengleich über die Bühne schwebt.