• vom 24.11.2018, 15:43 Uhr

Film

Update: 24.11.2018, 16:57 Uhr

Todesfall

Regisseur Nicolas Roeg verstorben




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Von WZ Online, APA, dpa

  • Meister-Filmemacher wurde durch "Wenn die Gondeln Trauer tragen" bekannt und starb laut BBC im Alter von 90 Jahren.

London. Der britische Filmregisseur Nicolas Roeg ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Das berichtete die BBC unter Berufung auf Familienangehörige am Samstag. Sein bekanntestes Werk ist der Horrorfilm "Wenn die Gondeln Trauer tragen" aus dem Jahr 1973.

Julie Christie und Donald Sutherland spielen darin trauernde Eltern, die auf einer Reise nach Venedig immer wieder mit dem Tod ihrer kleinen Tochter konfrontiert sind. Auch wegen einer Sexszene bot der Film noch Jahre später Gesprächsstoff.

Am 15. August war der Filmemacher 90 Jahre alt geworden. Geboren 1928 in London, arbeitete sich Roeg in den Filmstudios gegenüber seinem Elternhaus vom Laufburschen zum Kameraassistenten hoch und drehte schließlich als Kameramann des Second Unit für den Oscar-gekrönten Film "Lawrence von Arabien" (1962). Doch er hatte immer schon seinen eigenen Kopf: Beim Dreh von "Doktor Schiwago" (1965) geriet er mit dem Regisseur aneinander und wurde gefeuert. Daraufhin filmte er Klassiker wie Francois Truffauts "Fahrenheit 451" (1966) und John Schlesingers "Die Herrin von Thornhill" (1967).

1970 bekam Roeg die Chance, bei dem psychodelischen Gangsterfilm "Performance" Regie zu führen - mit Mick Jagger von den Rolling Stones in der Rolle eines zurückgezogenen Rockstars. Ein Skandal wurde das Werk nicht nur wegen der sexuellen Experimente der Hauptpersonen, sondern auch wegen Roegs ungewöhnlicher Sprünge zwischen Wirklichkeit und surrealen Drogenträumen.

Das australische Drama "Walkabout" (1971) etablierte Roeg und seine Montagetechnik als visionär. An der Kinokasse floppte der Film, doch auf Nummer sicher zu gehen war nicht sein Stil. "Ich habe nie versucht, meinen Ruf zu verbessern", sagte er einmal dem "Telegraph". "Mich nie hochgehangelt. So etwas interessiert mich überhaupt nicht." Immer wieder arbeitete er mit Rockstars und den ganz Großen des Showgeschäfts zusammen – wie beim Kultfilm "Der Mann, der vom Himmel fiel", in dem der Anfang 2016 verstorbene David Bowie die Hauptrolle spielte.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-11-24 15:44:55
Letzte Änderung am 2018-11-24 16:57:07



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