• vom 06.12.2018, 11:34 Uhr

Film

Update: 06.12.2018, 13:31 Uhr

Österreichischer Filmpreis 2019

Viele Nominierungen für "Murer" und "Angelo"




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Von WZOnline, APA

  • Zum neunten Mal hoffen Filmemacher und Filmemacherinnen in 16 Kategorien auf eine Auszeichnung mit der heimischen Kinotrophäe.

"Es ist ein unglaublich schönes Filmjahr gewesen", zeigte sich Ursula Strauss als Co-Präsidentin der Akademie begeistert. - © APAweb/HERBERT NEUBAUER

"Es ist ein unglaublich schönes Filmjahr gewesen", zeigte sich Ursula Strauss als Co-Präsidentin der Akademie begeistert. © APAweb/HERBERT NEUBAUER

Wien. Christian Froschs Gerichtsdrama "Murer - Anatomie eines Prozesses" führt das Feld der nominierten Werke zum Österreichischen Filmpreis 2019 mit acht Nennungen an - dicht gefolgt von Markus Schleinzers Historienporträt "Angelo", das auf sieben Nominierungen kommt. Das ist das zentrale Ergebnis der Präsentation der am 30. Jänner im Wiener Rathaus stattfindenden Gala am Donnerstag im Ringturm.

"Murer" gelang in praktisch allen Hauptkategorien, eine Nominierung zu realisieren - von der Regie für Christian Frosch über Karl Fischer als Bester Hauptdarsteller bis zur Königskategorie des Besten Films. Als Bester Film und für die Regie geht unter anderem auch "Angelo" ins Rennen. Und aufs Stockerl hat es nicht zuletzt Katharina Mücksteins Coming-of-Age-Geschichte "L'Animale" mit sechs Nominierungen geschafft, darunter als dritter Kandidat in die Sparte Bester Film.

Bei den Hauptdarstellerinnen matcht sich Theaterstar Birgit Minichmayr für ihren Part im Romy-Schneider-Film "3 Tage in Quiberon" mit Ingrid Burkhard ("Die Einsiedler") und Nachwuchsstar Sophie Stockinger für ihre toughe Rolle in "L'Animale". Bei den Männern sind neben Fischer für "Murer" auch Shootingstar Markus Freistätter für Reinhold Bilgeris Schinegger-Biografie "Erik & Erika", Andreas Lust für "Die Einsiedler" und schließlich Laurence Rupp im Polizeidrama "Cops" nominiert.

Insgesamt wurden je 21 Spiel- und Dokumentarfilme sowie 14 Kurzfilme eingereicht. Die Gewinner der 16 Preiskategorien werden nun von den 400 stimmberechtigten Mitgliedern der Österreichischen Filmakademie gewählt. "Es ist ein unglaublich schönes Filmjahr gewesen", zeigte sich Ursula Strauss als Co-Präsidentin der Akademie begeistert, die überdies auf einen Aufschwung für das weibliche Filmschaffen verwies: "Wir beobachten, dass es wahnsinnig schöne Frauenfiguren gibt. Und es gibt mehr Produzentinnen, die Projekte realisieren können. Das finden wir extrem toll - auch wenn noch Luft nach oben ist." Auch ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner schlug in dieselbe Kerbe: "Talente suchen, finden und begleiten, bevor die großen Konzerne mit der vollen Brieftasche kommen und Powershopping betreiben, das sehe ich als Hauptaufgabe des ORF. Und Talent hat kein Geschlecht."

Die allgemeine politische Lage europaweit und nicht zuletzt in Österreich sei hingegen weniger optimistisch, unterstrich Produzent und Filmakademie-Mitbegründer Josef Aichholzer in seiner Rede. Wenn etwa FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker einen Künstler wie Wolfgang Ambros als "abgehalftert" bezeichne, bleibe nur eines zu sagen: "Selber abgehalftert!"

Zugleich arbeitet die heimische Kulturpolitik an neuen Fördermodellen für das österreichische Kino. Man konzipiere gerade ein neues Steueranreizmodell analog dem belgischen zur Unterstützung der heimischen Produktionen, kündigte Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) an. Und Wiens SPÖ-Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler stellte eine neue Kinoförderung in Aussicht: "Ich möchte die Standorte von Arthauskino stärken." Details werde man später präsentieren, aber es gehe um eine Unterstützung für jene Institutionen, die dem österreichischen Film eine Plattform böten.

DIE FILME MIT MEHR ALS EINER NOMINIERUNG

8 Nominierungen "Murer - Anatomie eines Prozesses" von Christian
Frosch
7 Nominierungen "Angelo" von Markus Schleinzer
6 Nominierungen "L'Animale" von Katharina Mückstein
5 Nominierungen "Cops" von Stefan A. Lukacs
4 Nominierungen "Der Trafikant" von Nikolaus Leytner
3 Nominierungen "Die Einsiedler" von Ronny Trocker
3 Nominierungen "Die letzte Party deines Lebens" von Dominik Hartl
3 Nominierungen "Life Guidance" von Ruth Mader
3 Nominierungen "Styx" von Wolfgang Fischer
2 Nominierungen "Erik & Erika" von Reinhold Bilgeri

BESTER SPIELFILM

"Angelo" von Markus Schleinzer
"L'Animale" von Katharina Mückstein
"Murer - Anatomie eines Prozesses" von Christian Frosch

BESTER DOKUMENTARFILM

"Bruder Jakob, schläfst du noch?" von Stefan Bohun"
"Waldheims Walzer" von Ruth Beckermann
"Was uns bindet" von Ivette Löcker

BESTE REGIE

Wolfgang Fischer für "Styx"
Christian Frosch für "Murer - Anatomie eines Prozesses"
Markus Schleinzer für "Angelo"

BESTE WEIBLICHE HAUPTROLLE

Ingrid Burkhard in "Die Einsiedler"
Birgit Minichmayr in "3 Tage in Quiberon"
Sophie Stockinger in "L'Animale"

BESTE MÄNNLICHE HAUPTROLLE

Karl Fischer in "Murer - Anatomie eines Prozesses"
Markus Freistätter in "Erik & Erika"
Andreas Lust in "Die Einsiedler"
Laurence Rupp in "Cops"

BESTE WEIBLICHE NEBENROLLE

Regina Fritsch in "Der Trafikant"
Maria Hofstätter in "Cops"
Inge Maux in "Murer - Anatomie eines Prozesses"

BESTE MÄNNLICHE NEBENROLLE

Johannes Krisch in "Der Trafikant"
Gerhard Liebmann in "Murer - Anatomie eines Prozesses"
Anton Noori in "Cops"

BESTES DREHBUCH

Wolfgang Fischer/Ika Künzel für "Styx"
Christian Frosch für "Murer - Anatomie eines Prozesses"
Markus Schleinzer/Alexander Brom für "Angelo"

BESTE KAMERA

Klemens Hufnagl für "Die Einsiedler"
Gerald Kerkletz für "Angelo"
Christine A. Maier für "Life Guidance"
Michael Schindegger für "L'Animale"

BESTES KOSTÜMBILD

Caterina Czepek für "Der Trafikant"
Brigitta Fink für "Erik & Erika"
Tanja Hausner für "Angelo"
Alfred Mayerhofer für "Murer - Anatomie eines Prozesses"

BESTE MASKE

Roman Braunhofer/Martha Ruess für "Die letzte Party deines Lebens"
Anette Keiser für "Angelo"
Fredo Roeser für "Murer - Anatomie eines Prozesses"

BESTE MUSIK

Bernhard Fleischmann für "L'Animale"
Wolfgang Fritsch/Markus Kienzl für "Cops"
Matthias Weber für "Der Trafikant"

BESTER SCHNITT

Nina Kusturica für "Ciao Cherie"
Alarich Lenz/Daniel Prochaska für "Die letzte Party deines Lebens"
Natalie Schwager für "L'Animale"
Monika Willi für "Styx"

BESTES SZENENBILD

Alexandra Maringer für "Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft"
Renate Martin/Andreas Donhauser für "Life Guidance"
Johannes Salat/Pia Jaros für "Die letzte Party deines Lebens"
Andreas Sobotka/Martin Reiter für "Angelo"

BESTE TONGESTALTUNG

Hjalti Bager-Jonathansson/Karim Weth/Alexander Koller für
"L'Animale"
Claus Benischke-Lang/Thomas Pötz/Sebastian Watzinger für "Cops"
Heinz Karl Ebner/Nils Kirchhoff/Karim Weth/Alexander Koller für
"Life Guidance"

BESTER KURZFILM

"Bester Mann" von Florian Forsch
"Entschuldigung, ich suche den Tischtennisraum und meine Freundin"
von Bernhard Wenger
"Virgin Woods / Zalesie" von Julia Zborowska





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-12-06 11:35:36
Letzte Änderung am 2018-12-06 13:31:01


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