Spielberg hat sich mit solchen grundsätzlich "billigen" Tricks schon zu Beginn seiner Karriere hocheffektiv auseinandergesetzt, und tut es noch. Das ist das Wesen dieser Filmwelt: Geschichten so zu erzählen, dass sie den maximalen Unterhaltungswert bekommen. Das ist nichts Schlechtes, im Gegenteil: Es ist eine hohe Kunst.

Den Holocaust begreifbar zu machen und ihn der größtmöglichen Anzahl von Menschen zu zeigen, das war Spielbergs erklärtes Ziel bei "Schindlers Liste". Er hat dazu die Stilmittel des von ihm selbst miterschaffenen Hollywood-Mainstreams angewandt. Die 25 Jahre haben dem Film nicht zugesetzt: Er ist in Rhythmus, Tempo und Spiel das Meisterwerk geblieben, das er war. Und vielleicht ist seine Rezeption auch deshalb so gelungen, weil "Schindlers Liste" am Ende gar kein Film über den Holocaust war. Das fand zumindest Stanley Kubrick. "Der Holocaust dreht sich um sechs Millionen Menschen, die ermordet wurden. ‚Schindlers Liste‘ dreht sich um 1000, die entkamen. Das war kein Film über den Holocaust, sondern ein Film über Erfolg." Das kann man durchaus so stehen lassen.