Die Karriere von Verena Altenberger läuft wie geschmiert: Seit 2016 ist die 32-jährige Salzburgerin als polnische Putzfrau in der RTL-Comedyserie "Magda macht das schon" im gesamten deutschen Sprachraum bekannt, 2017 folgte ihre dramatische Rolle als drogensüchtige Mutter in dem Spielfilm "Die beste aller Welten", die ihr nicht nur Kritikerruhm, sondern auch zahlreiche Preise einbrachte. Noch in diesem Jahr wird sie neue Kommissarin beim "Polizeiruf 110", und dieser Tage startet die Serie "M - Eine Stadt such einen Mörder" von David Schalko im ORF. Aus diesem Anlass kam Altenberger zur Berlinale, wo die Serie ihre Uraufführung erlebte, in der neuen Reihe "Berlinale Series". Die Kritiken und die Reaktionen des Publikums waren durchwegs positiv.

Altenberger spielt in der Neuauflage von Fritz Langs Klassiker "M" (1931) die Mutter eines Mädchens, das von einem mysteriösen Mann entführt wird; Unheil und Chaos brechen bald über die Stadt herein, als finstere Ereignisse mehr und mehr den Ruf nach Lynchjustiz hörbar machen. "Ich habe den Film mit 17 Jahren in der Schule gesehen, er war mir ein Begriff, aber ich habe ihn mir vor den Dreharbeiten noch einmal angeschaut", erzählt Verena Altenberger im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". "Ich finde ihn thematisch wahnsinnig aktuell; es ist beängstigend, denn Fritz Lang hat den Film am Vorabend des Krieges gedreht, und man sieht ihn sich an und erkennt Parallelen zu heute. Ich glaube, es war wichtig, dass David Schalko diese Serie gedreht hat, denn es passiert zur richtigen Zeit".

Ihre Mutterrolle spielt sie bravourös, und darüber erschließt sich auch die Methode, mit der Altenberger ihre Rollen erarbeitet. "Ich selbst bin noch nicht Mutter, aber bei vielen Rollen hat man im Prinzip keine Ahnung, wie sie sich anfühlen. Ich versuche, möglichst empathisch nachzuempfinden, was diese Emotionen sind, die es für einen Part braucht". Die Mutterrolle in "M" ist dabei keineswegs eine nur positive, wie Altenberger schon vorab verrät: "Man lernt sie zu Beginn als die leidende Mutter kennen, deren Kind entführt wurde, aber im Laufe der Serie stellt man fest, dass diese Mutter ihrem Kind Dinge angetan hat, die man seinem eigenen Kind niemals antun würde. Das war schon eine speziell dunkle Reise, die ich machen musste, um mir diese Figur anzueignen".

Prinzipiell seien Ecken und Kanten bei Rollen aber wichtig, so Altenberger. "Kein Mensch ist nur gut oder nur böse. Meine Aufgabe als Schauspielern sehe ich immer wieder darin, nachzuforschen, wo der Knackpunkt in der jeweiligen Figur liegt, über den man sie in all ihren Facetten kennenlernen und abbilden kann".