Tobey Maguire verhalf Spiderman im Kino zu einem durchschlagenden Erfolg. Sony
Tobey Maguire verhalf Spiderman im Kino zu einem durchschlagenden Erfolg. Sony

Das Betätigungsfeld ist nun nicht mehr das weite Land, sondern die Stadt. In diesem Moloch, diesem düsteren Ort der Gefahren und des Verbrechens finden Spiderman & Co. ein reiches Feld für den Einsatz ihrer Kräfte und Fähigkeiten. Außerdem wirkt der Einzelne, der Superheld, mitten in einer dicht geballten Bevölkerung noch monumentaler. Doch die Anfänge der Comic-Helden waren nicht immer erfolgreich: Als Jerry Siegel und Joe Schuster 1933 in ihrem Magazin "Science Fiction" den "Mann aus Stahl" präsentierten, da herrschte kaum Interesse an "Superman". Erst als sie ihr Comic 1938 an DC Comic verkauften, da schaffte der fliegende Held vom Planeten Krypton den Sprung zum Erfolg.

Die meisten Comic-Helden entstanden zwischen der Weltwirtschaftskrise und dem Zweiten Weltkrieg. Ihnen kam natürlich zugute, dass zu dieser Zeit das Böse, das sie bekämpften, einen Namen hatte: Adolf Hitler und die Nazis. Und so kämpften Captain America, Captain Marvel, die "League for Justice", die "Justice Society of America" oder Sky Captain für eine freie Welt ohne Verfolgung und Krieg. Als das kein Thema mehr war, da wandten sie sich dem Kampf gegen den Kommunismus zu, bis auch das nicht mehr zog. Doch die Autoren wussten sich zu helfen und erfanden Ende der 1950er Jahre den Superschurken - das Böse wird zum unverzichtbaren Alter Ego des Guten. Dazu wurden auch die altbekannten Superhelden etwas adaptiert, man verpasste ihnen die psychologische Komponente des Doppellebens und der daraus resultierenden Schwierigkeiten. Federführend war dabei Stan Lee, der das Genre zu Beginn der 1960er Jahre revolutionierte, indem er die Geschichten an die Welt der Leser anpasste: Gewalt, Arbeitslosigkeit, Drogen, Beziehungsprobleme usw. sprachen vor allem die Jugend an und verhalfen den Comics zu einem ungeahnten Aufschwung. Auch die Art der Zeichnung veränderte sich: Mehr Farbe und eine schwungvollere Linienführung charakterisierten die neue Generation, die besonders von Neal Adams, Gil Kane, John Romita oder Gene Colan geprägt wurde.

Es geht auch mit Muskeln

Neben den Helden mit übernatürlichen Kräften wie Superman, Spiderman, den X-Men, Hellboy oder den Fantastischen Vier gibt es aber auch solche, die allein mit Hilfe ihres gestählten Körpers und diverser technischer Hilfsmittel den Kampf gegen das Böse aufnehmen. Der bekannteste unter ihnen ist Batman, der seine Phobie gegen Fledermäuse damit bekämpft, dass er sie zu seinem Markenzeichen macht. Ein besonders harter Knochen ist der Punisher, der 1974 erstmals auf dem Comic-Markt als Nebenfigur von Spiderman erschienen ist. Selbst unter Fans des Marvel-Comic-Universums hat er einen etwas zweifelhaften Ruf, denn dem Mann mit dem Totenkopf-T-Shirt ist nichts zu brutal. Was sich jüngst bei der Umsetzung für die Kinoleinwand als Hemmschwelle bei der Altersfreigabe erwiesen hat und auf Grund zusätzlicher mangelnder filmischer Qualität Gift für die Kinokassen war . . .