Das Gute an Fortsetzungen im Kino ist: Man weiß in der Regel, was man kriegt. Das ist zugleich aber irgendwie auch ihr Nachteil. In vielen Fällen geht die Sequel-Mania, die Hollywood erfunden hat, gut, aber kaum jemals ist die Fortsetzung besser als das Original. Auch im Fall von "Monsieur Claude 2", dem Sequel des französischen Komödienhits "Monsieur Claude und seine Töchter" (2014), das kommenden Freitag in den Kinos anläuft, ist das so: Im Grunde klappt das weitere Auspressen der Grundidee, aber dennoch ist es auch hier so wie in den meisten Fortsetzungen: Es bietet bloß mehr von dem, was man ohnehin schon kennt.

Dabei haben alle von Tag eins schon auf das Sequel gewartet, berichtet Regisseur Philippe de Chauveron, der auch schon Teil eins inszeniert hatte: "Die Produzenten haben mich lange fast täglich angerufen, um zu fragen, wann denn endlich der zweite Film kommt. Ich wollte aber nicht nur deshalb eine Fortsetzung drehen, weil sich das nach dem Erfolg des ersten Films anbot. Sondern ich wollte ein Thema finden, das ich mit den Figuren aus ‚Monsieur Claude‘ erzählen möchte. Natürlich sollte es Anknüpfungspunkte zum ersten Film geben, aber auch etwas wirklich Neues. Und das hat seine Zeit gedauert."

Bleibt in Frankreich!

Philippe de Chauveron findet, "Monsieur Claude" hat Potenzial für ein weiteres Sequel. - © afp
Philippe de Chauveron findet, "Monsieur Claude" hat Potenzial für ein weiteres Sequel. - © afp

Ganz so "neu" ist Chauverons Story allerdings nicht, sie dreht die Ereignisse aus Teil eins bloß um eine Ecke weiter: Monsieur Claude Verneuil (Christian Clavier) und seine Frau Marie (Chantal Lauby) haben turbulente Zeiten hinter sich, nachdem ihre vier Töchter in Teil eins Männer aller möglichen Religionen geehelicht hatten, was Monsieur Claude dereinst massiv missfiel. Doch inzwischen ist das konservative Ehepaar - nach jeder Menge Halal-Huhn und koscherem Dim-Sum - durchaus weltgewandt im Umgang mit anderen Lebensformen. Claude und seine Frau haben sogar alle vier Herkunftsländer ihrer Schwiegersöhne eingehend studiert und besucht. Als die Töchter jedoch überraschend bekanntgeben, mit ihren Ehemännern in deren jeweiliges Heimatland übersiedeln zu wollen, geht das für Monsieur Claude dann doch zu weit, und die Wogen gehen erneut hoch. Er will alles versuchen, um seine Töchter in Frankreich zu halten, und setzt dafür gerne auch unkonventionelle Methoden ein, aus der sich die Komödie speist.

Diese hat freilich einen ernsten Hintergrund: "Es geht um ein Gefühl, das ich aus Gesprächen mit vielen Zuwanderern kenne", sagt de Chauveron. "Sie leiden darunter, dass sie sich selbst als Franzosen wahrnehmen, von ihrer Umwelt aber nicht unbedingt als solche gesehen werden - aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer Religion. Außerdem macht es ihnen zu schaffen, wie schwer es ist - selbst wenn sie einen brillanten Lebenslauf vorweisen können -, eine gute Arbeit oder eine gute Wohnung zu finden. Damit hatte ich das nächste Thema, das die vier Ehemänner aus ‚Monsieur Claude und seine Töchter‘ miteinander verbinden konnte."