Es stünden nun wieder hochkarätige Filmstarts vor der Tür, etwa der neue Bond-Film oder auch die Fortsetzung von "Avatar". "Wir wollen diese Top-Produkte in der bestmöglichen Qualität zeigen und investieren deshalb antizyklisch, um gut aufgestellt zu sein, wenn das Geschäft wieder Fahrt aufnimmt. Hinzu kommt: Als Familienunternehmen sind wir bei unserer Strategie wendiger als große Konzerne, bei denen alle auf die Ausschüttung einer Dividende warten."

Das Kino als knallhartes Geschäft zu betrachten, ist im Filmkunstbetrieb indes nicht gang und gäbe. Dort ist die große Leinwand vor allem Raum für künstlerische Visionen und gehobene Unterhaltung. Das weiß auch Papousek, der für die Zukunft des Kinomarktes deshalb von einem "qualitativem Wachstum" spricht, während man quantitativ bereits an einem Zenit angelangt sei. "Qualitatives Wachstum heißt, dass man vermehrt in Service, Technik, neue Angebote investiert." Und dabei eine ganz neue, bisher wenig beachtete Zielgruppe ins Visier nimmt: Die Generation der über 50-Jährigen wird zu einem fixen Bestandteil in der Ausrichtung der Kinokette, weil sie treu ist und wächst. "Ich selbst bin mit bald 47 genau in dieser wachsenden Zielgruppe", so Papousek. "Ich bin als Jugendlicher mit den ersten Multiplex-Kinos groß geworden, war 1994 dabei, als das UCI in der SCS eröffnete, kannte aber noch die Kinolandschaft davor. Für mich waren die großen Häuser immer schon Teil der Kinolandschaft. Und so geht es nicht nur mir, sondern auch anderen in diesem Alter, die das Multiplex als Ort der Unterhaltung wahrnehmen."

Und wie will man die Jungen von der Netflix-App am Tablet zurück ins Kino bringen? "Events und Live-Streaming-Happenings, Gaming oder faszinierende Technik machen das Kino immer mehr zu einem coolen Ausgeh-Ort", ist Papousek überzeugt. Und zitiert einen Spruch, der gut auf seine Argumentation passt: "Wir alle haben eine Küche zuhause, gehen aber trotzdem gerne Essen."