Ausverkauf einer Legende: Excalibur-Schwerter gibt es billig, Artus-Filme zu viele. - © Matt Cardy/Getty
Ausverkauf einer Legende: Excalibur-Schwerter gibt es billig, Artus-Filme zu viele. - © Matt Cardy/Getty

Wenn ab Freitag "Wenn du König wärst" neugierige Zuschauer in die österreichischen Kinos lockt, kann man den Film international bereits als Flop abschreiben. Bei einem Produktionsbudget von 59 Millionen Dollar konnte er bisher gerade einmal 30 Millionen Dollar einspielen. Das ist schade, denn ungleich der aktuellen "Hellboy"-Neuauflage, die sich gemäß dem Comic ebenfalls der Legende bedient, aber keine sonderlich gute Adaption ist, ist "Wenn du König wärst" ein charmanter Kinderfilm, der durchaus versteht, die Artus-Saga für ein modernes Publikum neu zu interpretieren.

Gleichzeitig spiegelt er den Trend wider, dass "Public Domain Characters", sogenannte lizenzfreie Figuren, auf der Kinoleinwand nicht mehr die Kassen klingeln lassen. König Arthur ist ein markantes Beispiel, weil diese Geschichte etwa alle zehn Jahre neu verfilmt wird. Eine ähnliche Anzahl an Adaptionen kann nur Robin Hood aufweisen, absteigende Erfolgskurve inklusive. 2017 wurde Regisseur Guy Ritchies "King Arthur: Legend of the Sword" zu einem der größten Flops des Jahres, 2018 scheiterte "Robin Hood" mit Taron Egerton und Jamie Foxx. "Dracula Untold" und "Pan" sangen in der Vergangenheit ähnliche Lieder.

Der Reiz für Hollywood, diese Figuren wiederholt umzusetzen, ist nachvollziehbar. Keine Lizenzgebühren und ein hoher Wiedererkennungswert sind gute Verkaufspunkte. Doch die Frage stellt sich: Macht sich das noch bezahlt? Das letzte Mal, dass ein Robin-Hood-Film finanziell erfolgreich war, war 1991, als Kevin Costner seinen "Robin Hood - König der Diebe" zum zweiterfolgreichsten Film des Jahres machte. Bei der Artus-Sage muss man sogar nochmals zehn weitere Jahre zurückgehen, zu John Boormans "Excalibur" aus dem Jahr 1981.

Mit Robin Hood bald an der Tafelrunde von Hollywood

An der Bedeutung der Figuren kann es nicht liegen. Beide sind Urgesteine der populären Folklore. Die ersten Robin-Hood-Überlieferungen stammen aus dem 15. Jahrhundert, die Artus-Legende reicht sogar bis ins 12. Jahrhundert. Die Eckdaten umfassen Arthur, Sohn des Uther Pendragons, der seinem Vater auf den Thron folgt, nachdem er das Schwert Excalibur aus dem Stein zieht. An seiner Seite ist stets der weise Merlin, seine Gegnerin ist die Magierin Morgana. Die Legende umfasst auch die Affäre seiner Frau Guinevere mit dem Ritter Lancelot, die Suche Parzivals nach dem Heiligen Gral und die restlichen Ritter der Tafelrunde. Sie endet mit dem Verrat Mordreds, Arthurs Sohn, und dem selbst gewählten Exil auf der Insel Avalon.