In den Nullerjahren war es ein unausweichliches Bild in den Klatschspalten. Paris Hilton, die ihren Chihuahua Tinkerbell in diversen Louis-Vuitton-Taschen durch die Jetset-Destinationen schleppte. Wenn das Ex-It-Girl sich heute den angesagtesten Trendhund zulegen wollte, müsste sie sich eine sehr viel größere Louis-Vuitton-Tasche zulegen. Und dann würde sie sich wahrscheinlich einen Bruch heben, denn an so einem Corgi ist doch mehr dran als an einem ausgezehrten Kläffgestell wie dem Chihuahua. Da braucht es schon gestandene Majestäten, die so ein stämmiges Viecherl stemmen können.

Über 80 Jahre Treue

Corgis haben ihre Bekanntheit tatsächlich einer Königin zu verdanken. Seit Jahrzehnten ist die Hunderasse treue Begleiterin von Queen Elizabeth II. Niemand sonst darf so frech zu Her Majesty sein wie die kurzfüßigen Knutschkugeln. Schlaue Schwiegerenkeltöchter wissen auch, dass sie am besten über die Hunde das Herz der Großmutter erreichen: So brachte Meghan Markle, die spätere Herzogin von Sussex und Ehefrau von Prinz Harry, zum Einstand nicht etwa Blümchen und Bonbons mit, sondern einen tanzenden Hamster für das Hunderudel. Die britische Königin soll sich herzlich amüsiert haben ob des Gemetzels, das ihre Corgis mit dem schnatterhaften Plüschtier veranstaltet haben. Kein Wunder, die Beziehung zu den Tieren hält noch länger als die auch beachtlich lange Ehe mit ihrem fettnapf-affinen Gatten, nämlich über 80 Jahre. Bereits als Kind schenkte ihr Vater ihr einen Corgi namens Dookie, aber erst Susan sollte die Liebe so richtig entfachen. Der Welpe, den die 18-Jährige erhielt, musste sogar mit in die Flitterwochen, versteckt unter Decken in der offenen Kutsche. Susan ist die Urmutter aller von der Queen gezüchteten Corgis - und später Dorgis, das Produkt der Liebschaft mit einem Dackel ihrer Schwester Margaret. Und Susan war auch ein kleines Biest, das unter anderem der Meinung war, dass der königliche Uhraufzieher eine schmackhafte Wade hat. Die Palast-Bediensteten waren also seit jeher keine großen Freunde der von ihnen als Terrororganisation wahrgenommenen Schoßhunde, die oft nur mithilfe von spritzenden Soda-Siphonen in Schach gehalten werden konnten. Ein persönlicher Diener der Königin berichtete, die Tiere hätten ihn bewusstlos "geschlagen", nachdem sie ihn eine Stiege in Sandringham hinuntergeschleift hatten. Dort ist Susan auch begraben, den Spruch für den Grabstein hat die Queen selbst getextet, den Haustierfriedhof hat aber bereits Königin Victoria angelegt.

Weiß offensichtlich um das Putzigkeitspotenzial seines Hinterteils: ein Corgi. - © Getty Images/Kiatanan Sugsompian
Weiß offensichtlich um das Putzigkeitspotenzial seines Hinterteils: ein Corgi. - © Getty Images/Kiatanan Sugsompian