Zwei Männer, zusammengeschweißt wie Pech und Schwefel, düsen nach Ibiza. Eine Hoffnung verbindet sie auf diesem Flug: In dem Inselreich scheinen sich ungeahnte Möglichkeiten aufzutun. Zwischen Segelbooten und Sonnenschein, Palmen und Partyterrasse winken Gelegenheiten, von denen sich die Bewohner der grauen Großstädte allenfalls nach einem Wochenendschwips träumen lassen.

Nein, hier ist ausnahmsweise nicht die Redevon einer skandalösen FPÖ-Dienstreise ins Blaue. Jedenfalls nicht nur davon. Geschichten von Glücksrittern, die auf Ibiza von einem Fettnäpfchen ins nächste tappen, kennt man aus dem Kino, und zwar seit Jahrzehnten. Erzählt werden sie von Filmen mit beschränkten Ansprüchen - Urlaubskomödien und Klamotten. Die feierten ihre Urständ’ in den 70er und 80er Jahren und warben mit einem Minimum an Intellekt um ein Maximum an Publikum - und zeigten dazu gern das schmucke Inselreich.

Wer auch immer Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus vor zwei Jahren ausgerechnet auf diesem Eiland mit einer vermeintlichen Oligarchen-Nichte narrte, hat mit dieser Ortswahl auch einen gewissen Humor bewiesen. Und: Er hat den Ibiza-Komödien gewissermaßen die Krone aufgesetzt. Ein selbsternannter Polit-Saubermann, der im Rausch fragwürdige Finanzierungswege ersinnt und mit dem eisernen Besen durch eine Redaktionsstube und die Baubranche fegen mag, ist in dem Genre wohl bisher nicht aufgetaucht.

Ein deutscher Urlaubsulk
oder: Itzi Bitzi Ibiza!

Dabei ist dieses Fach wahrlich nicht arm an Kuriositäten. Karl Dall hat Maßstäbe der Banalität gesetzt: Der notorische BRD-Blödler und Moderator tat in der Komödie "Sunshine Reggae auf Ibiza" 1983 sein Schlimmstes. Eine weitläufige Parallele zum heutigen Skandal: Schon in diesem Film fühlt sich ein Mann mit vermeintlich starkem Lokalbezug vom Jetset angezogen und wird in merkwürdige Verwechslungen verstrickt. Dall, als ostfriesischer Bauer Karl zugange, stellt auf Ibiza einem weiblichen Schlagerstar nach. Hoffnungsfroh hat er seine Reise mit Geld finanziert, das eigentlich für den Erwerb einer Melkmaschine gedacht war.

Der Film - laut "Spiegel" so schlecht, dass er "selbst Karl Dall heute peinlich sein" dürfte - könnte FPÖ-Satirikern dieser Tage Futter liefern. Immerhin tauchen in dieser turbulenten Pannen-Pech-und-Bruha-Handlung nicht nur diverse Schießbudenfiguren auf, sondern auch ein humpf-dumpfer Mitpasch-Schlager mit dem Titel "Itzi Bitzi Ibiza (Komm ’mal wieder nach Ibiza)".