Regisseur Rolf von Sydow. - © APAweb/Uli Deck / dpa / picturedesk.com
Regisseur Rolf von Sydow. - © APAweb/Uli Deck / dpa / picturedesk.com

Berlin. Der deutsche Regisseur Rolf von Sydow ist am Sonntag, den 16. Juni, im Alter von 94 Jahren gestorben. Am morgigen Dienstag wäre von Sydow, der "Tatorte", Durbridge-Krimis und Pilcher-Romane inszenierte, 95 Jahre alt geworden.

Von Sydows Lebenswerk umfasst mehr als 130 Film- und Fernsehproduktionen, Theaterinszenierungen, Kabarettprogramme und Hörspiele. Wenn es um Kitsch, Liebeskummer, Schmonzetten oder spannende Unterhaltung ging, war man bei von Sydow an der richtigen Adresse. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Serien "Zwei Münchner in Hamburg" mit Uschi Glas und "Die schöne Wilhelmine" mit Anja Kruse.

Erfolge hatte von Sydow auch als Regisseur von Specials, etwa über Harald Juhnke, Manfred Krug oder Inge Meysel. Als Synchronregisseur bearbeitete er den Klassiker "Ein Herz und eine Krone" (1953) mit Gregory Peck und Audrey Hepburn für das deutsche Publikum.

Schwere Jugend

Von Sydows Jugend war düster: Da seine Mutter nach nationalsozialistischer Definition Halbjüdin war, konnte er seine Berufswünsche Diplomat oder Offizier nicht realisieren. Allerdings diente er in der Wehrmacht als Panzerfahrer. Seine Erinnerungen aus dieser Zeit hat er in seinem Buch "Angst zu atmen" aufgeschrieben.

1947 begann er seine Karriere als Schauspieler und Regieassistent beim Theater in Coburg. Danach inszenierte er Hörspiele, ehe er wieder für Film und Fernsehen arbeitete. 1973-77 war er Leiter des Fernsehspiels beim Südwestfunk und in gleicher Position 1977-79 beim Saarländischen Rundfunk.

Wichtig waren in seiner Karriere die "Straßenfeger" mit enorm hohen Einschaltquoten, zumeist Krimis nach den Büchern des Briten Francis Durbridge, darunter "Das Messer" mit Hardy Krüger von 1971. Eine weitere Dosis Großbritannien gab es dann mit den Verfilmungen der Liebesromane von Rosamunde Pilcher von 1994 bis 2002. (apa)