Noch heimtückischer ist nur, wenn die intergalaktischen Besucher sich einen Erdlingswirt suchen und erst noch ganz harmlos tun. Das kann harmlos bleiben, wenn die Außerirdischen nur zum unauffälligen Studium der menschlichen Spezies ausgeschickt werden und vor lauter Kulturschock ohnehin mehr als abgelenkt sind, wie in der Serie "Hinterm Mond gleich links". Es geht aber auch anders, wie im beklemmenden koreanischen "The Host" (2006). Gut, man könnte natürlich auch stutzig werden, wenn auf einen Schlag lauter platinblonde Kinder auf die Welt kommen, die alle so unheimlich starren, wie in "Das Dorf der Verdammten" (1960). Aber wenn lange genug nicht bemerkt wird, dass plötzlich alle Menschen zu gefühllosen Hüllen werden, wie in "Die Körperfresser kommen" (1978), dann kann man sich so eine Invasion auch leicht machen.

Das mit dem Körper besetzen kann auch unschön werden. Außer man braucht seinen Bauch nicht mehr - dann macht es auch nichts, wenn ein "Alien" (1979) aus ihm herausplatzt. Irgendwann hat sich herumgesprochen, dass so ein Marsmännchen eher lächerlich (siehe Tim Burton) denn bedrohlich ist, daher haben nun sehr oft die Echsen-Aliens Saison. Gegen Drachen kämpfen macht schon seit dem Heiligen Georg mehr her als wacklige Männchen abballern. Da kann man auch ohne Skrupel zum großen Gerät greifen, wie man in "Pacific Rim" (2013) sieht.

Aber auch andere Tiere waren schon Vorbild für Außerirdische: gigantische Insekten in "Starship Troopers" (1997) oder magische Rochen in "Abyss" (1989). Krakenartig stehen die überraschend friedfertigen Aliens im Film "Arrival" (2016) hinter der Schutzwand. Und dann gibt es noch allerlei Gewürm, ob in "Dune" (1984) oder die koffeinsüchtigen Worm Guys in "Men in Black" (1997).

Nicht durchgesetzt hat sich der schleimige Charakter der Extraterrestrischen, wie er in "Der Blob" (1988) durch die Gegend gallertet. Und einen Alien, der wie David Bowie aussieht, hat es auch nur einmal gegeben ("Der Mann, der vom Himmel fiel", 1976).

Nach Hause telefonieren

Es gibt auch nur einen Weltall-Gast, der nach Hause telefonieren wollte: Steven Spielbergs "E.T." (1982), kniehoch und mit einer Haut wie ein Gänsehäufl-Dauerkabinenbesitzer, ist wohl der berühmteste aus einem UFO Gefallene der Filmgeschichte. Wobei, an der Spitze der prägendsten Nicht-Erdbewohner aus den Massenmedien herrscht durchaus Gedrängel. Denn immerhin gibt es da noch einen Mann mit spitzen Ohren und logischen Bedenken - von Mr. Spock aus "Star Trek" kennt auch jedes Kind den Namen des Heimatplaneten Vulkan - zumeist bleibt die Herkunft der Weltallreisenden ja im Dunkeln.

Sehr populär, aber den wenigsten als Außerirdischer bewusst ist ein Mann mit Vorliebe für Umhänge: Superman hat seine Superkräfte natürlich aus den unendlichen Weiten mitgebracht. Ja, auch das Cape. Freilich in Modedingen wird er zweifellos geschlagen - von Aliens, die sich sowohl in Lall-Lauten als auch via Flatulenzen verständigen. Die "außerirdischen Kohlköpfe" (1981), die auf Louis de Funès‘ Acker landen, tragen kleidsame Plastikbeulen-Epauletten nicht nur auf den Schultern, sondern auch am Kopf. Ja, wenn man in Frankreich landet, muss man sich schon hübsch machen.