Im Fall des neuen "König der Löwen" ist es jedoch hauptsächlich die Optik, die frischen Wind verspricht. Realistische Animation, die fast an eine "Universum"-Doku erinnert, hat den Zeichentrickfilm restlos abgelöst. Ob das die Nostalgie befeuert oder ausbrennt, muss wohl jeder selbst mit seinem inneren Kind ausdiskutieren.

Haarscharfer Balanceakt

Jedenfalls ist es immer wieder ein Balanceakt zwischen Altbekanntem und Zeitgemäßem, den die Wiederbelebung nostalgischer Stoffe meistern muss, um nicht vom Trapez zu fallen. Denn einerseits bedient sie emotionalisierte Erinnerungen der Erwachsenen an ihre Kindheit und Jugend, durch die sie diese Filme begleitet haben. Andererseits stellen sie laut Kleiner die modernen Märchen unserer Zeit dar: "Meiner Einschätzung nach hat es Walt Disney geschafft, Meta-Erzählungen zu verfassen, die für jede Generation funktionieren, weil sie für alle Generationen die Urthemen des Menschenlichen immer wieder in zeitgemäßen Formen darstellen."

Als solche kommen sie einer immerwährenden Revitalisierung und Anpassung an gegenwärtige Darstellungsformen natürlich nicht aus. Es geht also nicht nur darum, jene, die mit dem "König der Löwen" aufgewachsen sind, ins Boot zu holen. Sondern auch darum, ihn neuen Generationen zuzuführen. Ah zabenya - und das Leben, ein ewiger Kreis.