Joseph Gordon-Levitt bei der "7500"-Premiere in Locarno. - © K. Sartena
Joseph Gordon-Levitt bei der "7500"-Premiere in Locarno. - © K. Sartena

Locarno. "Ist das nicht Gernot Blümel?" Die Frage stellen sich viele Facebook- und Instagram-User, wenn man ein gemeinsames Foto mit Joseph Gordon-Levitt postet. Der 38-jährige US-amerikanische Filmstar ist von dem ehemaligen österreichischen Kultur- wie Kanzleramtsminister allerdings kilometerweit entfernt. Allein: Das Äußere gleicht sich in manchem Blickwinkel frappant.

Joseph Gordon-Levitt auf diese Ähnlichkeiten anzusprechen, macht wenig Sinn. Der Schauspieler, der schon Teenie-Star war (in der Serie "Hinterm Mond gleich links") und mit "500 Days of Summer" von Marc Webb im Jahr 2009 zum Kinostar wurde, hat mit Politik nichts zu tun, sondern spielt lieber wirklich tiefgründige Figuren. Wobei: So ganz tiefgründig muss es nicht immer zugehen, denn wie sein neuer Film "7500" zeigt, ist Gordon-Levitt auch für spannendes Thriller-Kino mit Kammerspielatmosphäre und Actionelementen zu haben.

Mit Glasscherben bewaffnet

Für ihn war die Mitwirkung an "7500" jedenfalls "der bisher anspruchsvollste und schwierigste Film meiner Karriere", wie er beim Filmfestival von Locarno verriet, wo der Film kürzlich seine Weltpremiere feierte. Der Film, inszeniert von dem deutschen Haneke-Schüler Patrick Vollrath, der an der Wiener Filmakademie studierte und für seinen Kurzfilm "Alles wird gut" den Studenten-Oscar gewann und später auch eine reguläre Oscarnominierung dafür erhielt, handelt von einer brutalen Flugzeugentführung. Bei einem Linienflug von Berlin nach Paris versuchen islamistische Terroristen, mit Glasscherben bewaffnet, den Airbus 319 in ihre Gewalt zu bringen. Der Pilot stirbt dabei, der Co-Pilot Tobias Ellis, gespielt von Gordon-Levitt, kann sich im sicheren Cockpit einschließen und vorerst trotz Verletzungen die Maschine kontrollieren. Doch über den Sicherheitsmonitor im Cockpit beobachtet er das Treiben der Entführer, die mit der Ermordung der Geiseln beginnen wollen, sollte sich Ellis weigern, die Cockpittür zu öffnen. Pikant ist dabei, dass sich unter der Besatzung auch eine Stewardess befindet, die Ellis nahesteht - sie ist die Mutter seines kleinen Kindes. Und auch sie steht auf der Mord-Liste der Entführer.

Dreh auf engstem Raum

Das Besondere an "7500", der vor rund 8000 Premierengästen im größten Open-Air-Mino der Welt, auf der Piazza Grande in Locarno, uraufgeführt wurde, ist, dass der Film fast ausschließlich im Cockpit des Airbus 319 spielt - ein Kammerspiel, das seine Spannung gerade aus diesem Umstand bezieht. Dafür wurde von Regisseur Vollrath eigens ein Cockpit von Airbus angekauft. "Patrick wollte unbedingt sehr genau sein und eine reale Umgebung schaffen, also musste auch das Cockpit das originale sein", erzählt Gordon-Levitt. "Cockpits wie dieses gibt es von den Herstellern zu Trainingszwecken zu kaufen. Wir haben es auch nicht verändert, obwohl wir darin mit der Kamera hantieren mussten und wirklich kaum Platz gehabt haben."