Es ist ein Getränk für die Massen und ein Getränk für Sommeliers gleichermaßen: Bier, seit Jahrtausenden gebraut, gehört heute zu den beliebtesten alkoholischen Getränken: Weltweit werden jährlich 1,95 Milliarden Hektoliter konsumiert, jeder Österreicher trinkt statistisch rund 106 Liter pro Jahr - und kann dabei neben internationalen Bieren auch aus mehr als 1000 heimischen Bieren wählen. Friedrich Moser ("A Good American") begibt sich in "Bier! Der beste Film, der je gebraut wurde" (ab Freitag im Kino) auf eine Spurensuche nach Außergewöhnlichem in Zusammenhang mit Bier: Den Trend zum Craft Beer bildet er ebenso ab wie die Versuche junger und vor allem kleiner Bierbrauereien, kreative neue Biere zu brauen. Ein Blick hinter die Kulissen der großen und der kleinen Welt der Biere, zwischen Bier-Konzernen und Brauhandwerk: All das versucht die Doku einzufangen.

"Wiener Zeitung": Herr Moser, entsteht ein Film über Bier in Bierlaune?

Friedrich Moser: (lacht) Die Idee zu dem Film entstand an einem verregneten Sonntagnachmittag im Juni 2017 im Rutland Arms Bierpub in Sheffield in England, während des Dokumentarfilmfestivals dort. Ich saß mit einem Freund beim Biertrinken und begann, mich mit ihm über allerlei Hintergründe zum Bier auszutauschen - von Hopfensorten bis zu den Preistreibereien, die es gibt. Der Barkeeper hat bald mitgesprochen, und schnell fragten wir uns: Was ist eigentlich der Film über Bier, den wir alle kennen. In dem Moment kamen wir drauf, dass es diesen Film noch nicht gibt und dass wir es sein wollten, die ihn drehen.

Friedrich Moser ist auf den Geschmack gekommen: "Als Nächstes versuche ich mich vielleicht als Bier-Sommelier." - © Katharina Sartena
Friedrich Moser ist auf den Geschmack gekommen: "Als Nächstes versuche ich mich vielleicht als Bier-Sommelier." - © Katharina Sartena

Das Thema Bier ist ein großes. Wie haben Sie eingegrenzt?

Allein in Österreich gibt es über 270 Brauereien, wenn es wahrscheinlich rund 150 verschiedene Bierstile gibt, wo fängt man da an? Mir war schnell klar, dass ich dieses umfangreiche Thema nur über verschiedene Protagonisten erzählen kann, die uns in die komplexe Welt hineinführen. Wir suchen uns interessante Leute, die mit Bier zu tun haben und erzählen ihre Geschichte. Dann erzählt sich die Bierwelt gleich mit.

Sie haben bewusst kleinere Brauereien besucht, die sich spezialisiert haben.

Mir war wichtig, dass man exemplarisch sieht, was es alles gibt in der Welt der Biere. Für mich war zum Beispiel wichtig, Christoph Bichler von Bierol in Schwoich in Tirol im Film zu haben, weil er für mich nicht nur das beste Bier Österreichs macht, sondern weil es auch interessant ist, wie er arbeitet: Er ist Spezialitätenbrauer, sein Bier gibt es nicht im Supermarkt, er konkurrenziert sich nicht mit den Großen, weil er in einer hochkulinarischen Welt unterwegs ist. Außerdem konnten wir unter anderem den Belgier Peter Bouckaert, der einstige Braumeister bei New Belgium, und Steve Hindy, den Gründer und Chef der Brooklyn Brewery in New York für den Film gewinnen. Das sind schon Leute, die wissen, was sie tun.