Wikinger-Transformation: Der 10-jährige Charlie erlebt eine seltsame Verwandlung. - © Concorde
Wikinger-Transformation: Der 10-jährige Charlie erlebt eine seltsame Verwandlung. - © Concorde

Was Lego kann, kann Playmobil schon lange - nicht. Während das "Lego Movie" 2014 durch subversive Komik sogar die leidig mitgezerrten Eltern überzeugen konnte, verspielt "Playmobil: Der Film" Witze auf eigene Kosten zugunsten von Eigenwerbung.

Viel zu übertrieben beginnt der Animationsfilm: Marla (Anya Taylor-Joy) übt vor dem Spiegel eine Rede ein, mit der sie die Eltern überzeugen will, sie mit ihrem frisch ausgestellten Pass um die Welt ziehen zu lassen. Dazu stimmt sie ein kitschiges Lied über alle die bevorstehenden Abenteuer an. Doch das Schicksal macht ihr einen Strich durch die Rechnung, denn beide Eltern kommen bei einem Autounfall ums Leben. Vorbei der Traum von der großen Weltreise, stattdessen beginnt für Marla das Abenteuer der Kindobsorge um Brüderchen Charlie. Sprung um vier Jahre nach vorne. Marla und Charlie (jetzt Gabriel Bateman) geraten mal wieder aneinander, sodass dieser sich spätnachts noch in eine Playmobil-Ausstellung schleicht. Und schwupps, da war es auch schon geschehen: Die nacheilende Marla und der 10-Jährige werden in die Welt der Plastikfigürchen teleportiert und selbst zum lebenden Spielzeug. Weil Charlie, der unverständlicherweise in einen Wikinger verwandelt wird, aber prompt entführt wird, muss sich Marla auf die Suche nach dem Verschleppten machen.

Bloßen Marketingzweck scheint dieser Animationsfilm von Lino DiSalvo zu erfüllen. Von Wikinger über 007-Agent bis zum römischen Kaiser - hier wird das gesamte Figurenrepertoire präsentiert, dramaturgisch sind diese aber von geringer Bedeutung. Somit kommt auch die moralische Belehrung recht ungeschickt daher. Zwar werden die Kleinsten unter uns dennoch ihren Spaß bei der actionreichen Suche nach Charlie haben. Zusammenfassend ist aber das Ende vorhersehbar und der Versuch, Witz à la schmierigem Bond-Abklatsch einfließen zu lassen, zu dick aufgetragen.