Die Angst, sie findet in jeder Faser dieses Films ihren Ausdruck, vom wummernden, bedrohlicher werdenden Score über die flirrende Bildsprache und die hastige, zugleich entschleunigte Montage bis hin zum Spiel des Protagonisten: Der junge Linzer Regisseur Gregor Schmidinger hat viele Register gezogen, um in seinem Langfilmdebüt "Nevrland" nacherlebbar zu machen, worunter sein Held leidet: Der 17-jährige Jakob (Simon Frühwirth) ist wie viele in seinem Alter auf Identitätssuche, jedoch ist diese bei ihm mit einer ausgeprägten Angststörung behaftet. Seine Angstattacken verunmöglichen ihm einen regulären Alltag, erst in der Welt der Sex-Video-Chats gelingt es ihm, loszulassen. Dort lernt er den 26-jährigen Christian (Paul Forman) kennen, mit dem die Heilung seiner Seele zu gelingen scheint.

Treffend besetzt

Schmidinger thematisiert in "Nevrland" zwar auch Jakobs Homosexualität und ihre Auswirkungen auf seine Selbstfindung, die Angststörung ist aber das zentrale Element der Inszenierung. Die Figuren sind treffend besetzt, auch bis in die Nebenrollen hinein (Josef Hader und Markus Schleinzer), und Frühwirth kann die ganze psychische Last, die auf seiner Figur Jakob sitzt, dramatisch auf die Leinwand bringen. Ein kleines Drama voller großer Talente.