Lange musste man warten auf das distinguierte Augenrollen von Altgräfin Violet Crawley (Maggie Smith), aber endlich kann man ihre Geringschätzung in so ziemlich allen Dingen wieder teilen. Nach dem Finale der populären Kostümserie "Downton Abbey" vor vier Jahren hat ihr Schöpfer Julian Fellowes das Drama um die adeligen Bewohner des Anwesens und ihre umtriebige Dienerschaft auf die Kinoleinwand gewuchtet. Es ist ein Film geworden, der sich nicht besonders von einer Doppelfolge der Serie unterscheidet. Nur der Besuch, der sich ankündigt, war noch nie so hochkarätig wie in dieser "Episode", wie eine Depesche aus dem Buckingham Palast verlautet.

Eine Visite des Königs und der Königin führt nicht nur zu Nervosität bei Lord Grantham (Hugh Bonneville), sondern auch zu erhöhter Betriebsamkeit beim Personal. Im Dienstbotenstock wehrt man sich - zum Leidwesen des pflichtbewussten Butlers Carson - gegen vom Palast importierte Snobkollegen auf insubordinative Weise. Sein Nachfolger Thomas Barrow (Rob James-Collier), lange Jahre verlässlicher Fiesling, bekommt Schwierigkeiten wegen seiner sexuellen Orientierung. Die tränenreiche Lady Edith (Laura Carmichael) muss über neue Hindernisse auf ihrem holprigen Lebensweg stolpern. Alles also so ziemlich beim Alten - außer dass es zu weiteren Verbrüderungen zwischen Bürgerlichen und Adel kommt. Darüber mag Violet die Augen rollen - Fans wird der Film jedenfalls erfreuen.