Makatsch gibt Gas. - © Universal
Makatsch gibt Gas. - © Universal

Musicals muss man mögen, und was auf einer Theaterbühne vielleicht als gewitzte Choreografie mit opulenter Optik für Verzückung sorgt, das geht oft auch auf der Leinwand gut. Es gibt jedoch diese schmale Grenze, die zu überschreiten fatal sein kann. Für die Verfilmung des Udo-Jürgens-Musicals "Ich war noch niemals in New York" ist die Grenze nicht bloß überschritten worden, sondern regelrecht gesprengt: Der zuckerlbunte Film von Philipp Stölzl übertreibt es an allen Ecken und Enden: Eine Kitschkulisse, eine Kitsch-Handlung, kitschige Kostüme und ebensolche Bauten, und darunter liegend schlecht gesungene Neuinterpretationen von Udo Jürgens’ größten Hits. Ganz klar, dass die Prämisse war, daraus eine picksüße Musical-Komödie zu erzeugen, aber zu viel Zuckerln verderben einem eben den Magen, da kann man noch so oft betonen, wie wichtig die ausladenden Overacting-Anfälle der durchaus prominenten Besetzung für ein Musical sein mögen. Sie sind schlicht schlecht.

Die Handlung schildert das Leben von Fernsehmoderatorin Lisa Wartberg (Heike Makatsch), deren Mutter (Katharina Thalbach) das Gedächtnis verliert und auf einem Ozeandampfer gen New York landet (wo sie noch niemals war). Lisa eilt ihr nach, um sie von Bord zu holen. Da legt das Schiff auch schon ab. An Bord wird die abgehobene TV-Tussi schnell zur bodenständigen Putzfrau degradiert, lernt ihre große Liebe in Form von Moritz Bleibtreu in einer engen Kiste (!) kennen und auch die Mama findet ihren "Kurschatten" in Gestalt des Charmeurs Uwe Ochsenknecht. Mittendrin wuselt Lisas Maskenbildner, der schwule Fred (Michael Ostrowski) herum und liebt schräge Auftritte, etwa als Freiheitsstatue. Auf dem Weg nach New York kleistern die Songs diese augenfeindliche Nummernrevue ordentlich zu. Unendlich süß, aber bitte mit Sahne!