Nein, man müsse keinesfalls ein Fan von Udo Jürgens und seiner Musik sein, um in einem Musical namens "Ich war noch niemals in New York" (derzeit im Kino) mitzuwirken. Da sind sich die Interviewpartner Uwe Ochsenknecht und Heike Makatsch bei ihrem Wien-Besuch sicher. Vergangene Woche, als sie hier die Werbetrommel rührten für den Kinostart des besagten Musicals, das - freundlich gesagt - eine zuckerlbunte Kitschoperette geworden ist, war die Meinung zu Jürgens jedenfalls distanziert: "Ich habe Udo Jürgens nie bewusst verfolgt, aber die Songs sind eben immer schon da gewesen, und man ist mit ihnen auch älter geworden", erzählt Uwe Ochsenknecht. Und Heike Makatsch sagt, sie habe Jürgens nie persönlich getroffen, die Songs seien aber jedenfalls so bekannt, dass man "an ihnen nicht vorbei kann". Makatsch und Ochsenknecht sind zwei der Hauptdarsteller der Musical-Verfilmung von Philipp Stölzl. Makatsch spielt die erfolgsverwöhnte TV-Moderatorin Lisa, deren verwirrte Mutter (Katharina Thalbach) ein Kreuzfahrtschiff nach New York besteigt, wo sie noch niemals war. An Bord fallen beide Damen den Avancen netter Herren anheim, Lisa dem smarten Moritz Bleibtreu, ihre Mutter dem "Bordunterhalter" und Proficharmeur Uwe Ochsenknecht. Irgendwo zwischen "Griechischer Wein", "Mit 66 Jahren" und "Aber bitte mit Sahne" juxt sich Lisas schwuler Assistent (Michael Ostrowski) durch den Film.

"Es ist ja alles komplett überdreht und kommt in schreienden Farben daher", sagt Ochsenknecht. "Da muss man sich im Vergleich zur Musicalbühne noch ein wenig zurücknehmen, sonst wird es zu sehr over the top."

Ein Klischee spielen?

Ostrowski stellte sich die Frage, wie man allzu viele Klischees vermeidet: "Ich hatte mir schon einige Gedanken gemacht, wie man dieses Klischee ,schwuler Maskenbildner‘ spielt. Es stimmt ja, dass viele Männer in diesem Fach schwul sind. Spiele ich da also ein Klischee nach, habe ich mich gefragt. Aber es hat sich alles relativiert, in dem Moment, wenn es um Beziehungen geht, die man spielt. Dann ist alles wurscht! Dann spielt man die Liebe und die ist immer gleich. Eigentlich eine wunderschöne Botschaft!"

Praktischer gingen Ochsenknecht und Makatsch an die Vorbereitungen für die physisch durchaus fordernden Rollen heran: "Ich kenne meine Stimme und auch ihre Limitierungen", sagt Makatsch. Es wäre daher ziemlich gut planbar gewesen, bei welchen Songs sie mitsingen würde, und bei welchen lieber nicht. Und Ochsenknecht gesteht durchaus ein, dass der Film "eine Herausforderung war, aber ich mache schon lange Musik und auch die Choreografie mitsamt unserem Lehrer am Set gelang ziemlich reibungslos". Man müsse schließlich bedenken: Der Film wird Stück für Stück gedreht, nicht wie eine Live-Show, bei der man zwei Stunden die Bühne rocken müsse. Also ziemlich entspannt, die Dreharbeiten.

Als Gigolo wie im Film sieht sich Uwe Ochsenknecht nicht - "da gibt es keine Parallelen zwischen der Rolle und meiner Person". Nur ein Gefühl kennt der Schauspieler sehr gut: "Verliebt zu sein, das ist die schönste Berauschung der Welt. Was gibt es Besseres?"