Der 13-jährige Philip (Jakob Lassalle) ist verschwunden, eine ganze Woche lang. Dann taucht er wieder auf, als wäre nichts gewesen. Es gibt keine Erklärung, wohin er ging. Am Fuß hat er eine Verletzung, und über die Gründe, warum er verschwunden war, lässt sich nur spekulieren. Seine Mutter Astrid (Maren Eggert) bringt all dies an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Sie vermutet, Philip sei durch den Tod des Vaters davon fasziniert, diesem nahe zu sein, ihm sozusagen im Jenseits zu begegnen. Aber wirklich erhärten lässt sich ihre Theorie nicht.

Zumal der Teenager kaum spricht. Manchmal, da rezitiert er ein paar Verse aus "Hamlet", den er im Schultheater gerade probt. Astrid tut sich schwer damit, zu akzeptieren, dass ihr Sohn bereits ein eigenes Leben führt und sie nicht mehr wirklich an ihn herankommt. Als sich die Wunde am Fuß von Philip entzündet, muss er ins Krankenhaus, weil sich eine Blutvergiftung entwickelt hat. Da kippt Astrids Gemütslage endgültig ins Chaos.

Die Filme von Angela Schanelec sind die radikalsten der sogenannten Berliner Schule; "Ich war zuhause, aber" ist da keine Ausnahme. Der Film fordert seine Zuschauer heraus, indem er ihnen konventionelles Arthaus-Kino konsequent verweigert und sich stattdessen statisch, aggressiv und sanft, voller Energie und ohne Antrieb gibt. Ein Film der Widersprüche, keine herkömmliche Erzählung, und daher auch schwer zu fassen, zu beurteilen. Die Berlinale empfand ihn als preiswürdig und verlieh den Silbernen Regiebären, eine Entscheidung, die man durchaus mutig nennen kann, aber auch gerechtfertigt: "Ich war zuhause, aber" kann man auch als Versuch über die Ratlosigkeit in Bezug auf unser Leben lesen. Es gibt hier viel Tiefe, die aufgespürt werden will.