Sie stellen bewusst ein Zitat von Michelangelo an den Beginn des Films.

Michelangelo sagte, dass wir mit niedrigen Zielen erfolgreich sind und Angst haben, uns hohe Ziele zu setzen und daran zu scheitern. Was sagt das jetzt in Hinblick auf uns Menschen in der heutigen Zeit? Für mich ist es ein ziemlich niedriges Ziel, sich an Quartalszahlen zu orientieren. Es ist aber ein verdammt hohes Ziel, wenn man sagt: Wir kaufen uns ein Stück Land und glauben daran, dass wir diesem Land wieder Leben einhauchen.

Der Film funktioniert unter diesem Gesichtspunkt auch als Motivation. Man geht mit Mut heraus, etwas Neues zu versuchen. Zugleich besteht wenig Hoffnung, dass sich die Menschheit kollektiv darauf besinnt, etwas anders zu machen, finden Sie nicht?

Nein, ich glaube, es ist etwas in Gang gekommen. Aber es braucht Zeit. Unlängst erschien unter dem Titel "Nur mit der Ruhe" ein Foto in der "Süddeutschen", auf dem Greta Thunberg mit Barack Obama zu sehen ist, und in der Bildunterschrift steht: "Greta, du veränderst gerade die Welt." Da fragte ich mich: Wieso hat Obama die Welt nicht verändert? Er wäre derjenige gewesen, der die historische Chance dazu gehabt hätte. Etwa, als die Wall Street am Boden lag und er mit einer Unterschrift dafür sorgen hätte können, sie zu regulieren. Hat er nicht getan.

Aber vielleicht wird das in 100 Jahren anders gesehen. Vielleicht markiert Obama dann so etwas wie den Beginn einer globalen Veränderung, die wir heute noch nicht absehen können.

Möglich, vielleicht haben Sie recht. Das macht das Leben aus: Meinungen, die hin- und hergehen, das ist sehr inspirierend für mich. Der springende Punkt an diesem Gespräch ist: Wir sprechen hier über Möglichkeiten, nicht über Unmöglichkeiten. Nur das bringt uns weiter.