Erwin Wagenhofer hat mit seinen Dokumentarfilmen "We Feed The World", "Let’s Make Money" und "Alphabet" viele drängende Probleme in der Nahrungsmittelindustrie, der Finanzwelt und im Bildungsbereich thematisiert. In "But Beautiful" schlägt er einen anderen, einen hoffnungsvollen, optimistischen Weg ein: Im Zentrum dieser wunderbar fotografierten Arbeit stehen einmal nicht die Bereiche, die im Leben nicht funktionieren, sondern jene, die sich mustergültig und zukunftsorientiert zu Vorzeigeprojekten entwickelt haben, oder die das persönliche Glück, den inneren Seelenfrieden im Leben von Menschen illustrieren. Es geht um Alternativen zur Ausweglosigkeit. "But Beautiful" zeigt etwa Frauen ohne Schulbildung, die Solaranlagen für Dörfer auf der ganzen Welt bauen. Oder Permakultur-Visionäre auf La Palma, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, ein verödetes Stück Brachland wieder in ein blühendes Paradies zu verwandeln. Die Mühsal dieser Arbeit beschert ihnen höchste Glücksgefühle.

Glück und Schönheit

Wagenhofer zeigt auch einen Förster, der die gesündesten Häuser der Welt baut, oder etliche Musiker, ein junges Jazztrio, einen Pianisten, eine kolumbianische Sängerin, die die Schönheit von Musik für die Seele beschwören. Dabei verfällt der Regisseur allerdings nie in einen missionierenden oder esoterischen Duktus. Sein Film bleibt stets ein Angebot an den Zuschauer, keine Zwangsbelehrung. Ein Film, bei dem man am Ende schon auch eine Ahnung bekommt, was Glück bedeuten kann.