Molly (l., Beanie Feldstein) und Amy (Kaitlyn Dever). - © Polyfilm
Molly (l., Beanie Feldstein) und Amy (Kaitlyn Dever). - © Polyfilm

Bloß sitzen bleiben! Die ersten 15 Minuten durchhalten! Auch wenn man das Bedürfnis hat, den Kinosaal fluchtartig zu verlassen. Der Schein trügt zu Beginn: Die übliche Highschool-Komödie, denkt man sich, die nach dem üblichen Schema funktioniert und bei denen nur die Schauspieler neu sind. Erfreulich für alle, die dieses Genre mögen, für alle anderen eine cineastische Drohung.

Doch: "Booksmart" ist anders. Olivia Wilde, vor allem bekannt als Dr. Remy "Dreizehn" Hadley in der US-Serie "Dr. House", zeigt in ihrem Regiedebüt einen feinen feministischen Touch: Es ist der letzte Schultag vor der Abschlussfeier der beiden Freundinnen Molly (Beanie Feldstein) und Amy (Kaitlyn Dever) - zwei Streberinnen und Außenseiterinnen, aber in keiner Weise mitleidsheischend. Sie sind selbstbewusst ihre ganze Schulzeit auf ihr Ziel fokussiert gewesen: die Aufnahme an eine Elite-Universität. Ein Schlüsselerlebnis in der Toilette lässt Molly erkennen, dass sie in dieser Nacht das Leben nachzufeiern haben, ein gemeinschaftlicher Trip mit Amy von Party zu Party ihrer Schulkollegen folgt - inklusive enttäuschter Liebe und lesbischer Sexszene, die durch eine spontane Magenentleerung unterbrochen wird.

Wilde ist eine Meisterin darin, sexuelle Orientierungen, Geschlechterrollen oder auch Körpergewicht wie selbstverständlich in den Film einzubetten, als wären sie - vor allem in der Highschool - einfach kein Thema. Eine bewusste Illusion, die mit den beiden harmonisierenden Schauspielerinnen, dem witzig intelligenten Drehbuch und einigen Regieideen das Genre der Highschool-Komödien absolut aufwertet.