Daniel Spoerri sitzt an seinem Arbeitstisch und ordnet Dinge des Alltags zu Assemblagen: Kochlöffel, Knoblauchpresse, Schöpfer und jede Menge anderer Küchenutensilien finden hier eine Wiederverwendung. Er legt sie von rechts nach links, dreht sie, überlegt es sich anders. Dann werden sie auf der Unterlage fixiert.

Spoerri ist Objektkünstler und Mitbegründer des Nouveau Realisme sowie Erfinder der Eat-Art. Am 27. März wird er seinen 90. Geburtstag begehen, bereits am Freitag startet in den Kinos ein Porträt, das genauso ungewöhnlich ist wie Spoerris Kunst. "Dieser Film ist ein Geschenk" ist ein künstlerischer Dokumentarfilm der Wiener Filmemacherin Anja Salomonowitz ("Die 727 Tage ohne Karamo", "Kurz davor ist es passiert"), der bei der diesjährigen Viennale vorgestellt wurde. Mithilfe großer Tableaus, der besonderen Farbgestaltung und einer unkonventionellen Bildsprache gelingt es Salomonowitz, die Realität des Künstlerlebens poetisch in einen Film zu übersetzen.

Dabei verknüpft sie eng Aspekte ihres eigenen Lebens, wie ihren Sohn und auch die Trauer um ihren verstorbenen Vater und behandelt so Fragen der jüdischen Identität: Spoerris Erinnerungen - manchmal nachgestellt durch Salomonowitz’ zehnjährigen Sohn Oskar - an seine traumatische Kindheit als Sohn eines jüdischen Vaters in Rumänien und an seine Flucht in die Schweiz.