Am Samstag versammelt sich im Haus der Berliner Festspiele Europas Filmprominenz: Zum 32. Mal werden die Europäischen Filmpreise verliehen, die alljährlich die herausragenden Produktionen des Kontinents ehren. Das österreichische Filmschaffen betrachtet das Geschehen heuer von der Seitenlinie, schaffte es doch kein heimisches Werk in den erlauchten Kreis der Nominierten.

Stattdessen sind zwei Regielegenden bei den Nominierungen ganz vorne dabei: Sowohl Roman Polanski mit "J'accuse" als auch Pedro Almodovar mit "Leid und Herrlichkeit" dürfen sich Hoffnungen auf Auszeichnungen in gleich mehreren Kategorien machen. Chancen auf die Trophäe als bester Film hat überdies das berührende deutsche Drama "Systemsprenger". Und auch Yorgos Lanthimos' barockes Frauenporträt "The Favourite" ist neben den drei genannten Werken einer der Kandidaten auf den Titel des besten Spielfilms. Hier können sich schließlich noch "Les Miserables" von Ladj Ly und das Mafiadrama "Il Traditore" von Marco Bellocchio Hoffnungen machen.


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Europäischer Filmpreis
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Bravouröse Schauspielerinnen-Leistungen

Bei den besten Schauspielerinnen geht trotz ihres Alters verdient die erst elfjährige Helena Zengel für ihre Leistung in "Systemsprenger" ins Rennen, wo sie unter anderen auf Olivia Colman trifft, die in "The Favourite" bravourös Queen Anne spielt. Die ebenfalls im Barock angesiedelte Geschichte "Porträt einer jungen Frau in Flammen" über die Liebesbeziehung zwischen einer Malerin und einer Adeligen hat auch den beiden Hauptdarstellerinnen Noemie Merlant und Adele Haenel Nennungen eingebracht. Trine Dyrholm ("Queen of Hearts") und Viktoria Miroshnichenko ("Beanpole") komplettieren hier das Feld.

Namhaft liest sich auch die Liste der Kandidaten für den besten Schauspieler des Jahres: Antonio Banderas ("Leid und Herrlichkeit") und Jean Dujardin ("J'accuse") treffen auf Pierfrancesco Favino ("Il Traditore"), Levan Gelbakhiani ("Als wir tanzten"), Alexander Scheer ("Gundermann") sowie Ingvar E. Sigurdsson ("A White, White Day"). Und schließlich ist auch das Feld der Regisseure gleichsam ein Who-is-Who des europäischen Kinos, wo Lanthimos, Almodovar, Bellochio und Polanski mit der Französin Celine Sciamma ("Porträt einer jungen Frau in Flammen") auf nur eine Frau treffen.

3600 Mitglieder waren stimmberechtigt

Bei der Gala der Europäischen Filmpreise, die alternierend in Berlin und einer anderen europäischen Metropole stattfindet, werden dann am Samstag in der Moderation der beiden Schauspielerinnen Anna Brüggemann and Aiste Dirziute die Preisträger, über welche die mehr als 3.600 Mitglieder der Europäischen Filmakademie abgestimmt haben, präsentiert. Einige Auszeichnungen der insgesamt 24 Kategorien werden dabei traditionell aber schon im Vorfeld bekanntgegeben.