Paris.Ponyfrisur, blasser Teint und große blaue Augen mit laszivem Blick: Anna Karina war eine Ikone der Nouvelle Vague. Jetzt ist der französische Filmstar gestorben. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Karinas Agenten.

Die aus Dänemark stammende Schauspielerin hat in den 1960er Jahren mehrere Filme mit Jean-Luc Godard gedreht und sie arbeitete unter anderem auch mit Jacques Rivette und Rainer Werner Fassbinder. Sie starb am Samstag in Paris an den Folgen eines Krebsleidens. Karina wurde 79 Jahre alt. "Ihr Blick war jener der Nouvelle Vague. Er wird es immer bleiben", würdigte der französische Kulturminister Franck Riester auf Twitter. Das französische Kino habe eine seiner Legenden verloren, schrieb er.

Am bekanntesten ist Karina für ihre Rollen in Filmen geworden, die sie mit ihrem zeitweiligen Ehemann Godard drehte. Unter der Regie des heute 89-Jährigen spielte sie in sieben Filmen, zu den bekanntesten zählt "Eine Frau ist eine Frau", in dem sie eine Stripperin verkörpert. Für ihre Leistung wurde sie 1961 in Berlin als beste Schauspielerin mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Zu den Projekten mit Godard gehörten auch der Science-Fiction-Film "Lemmy Caution gegen Alpha 60" (Originaltitel: "Alphaville") und "Elf Uhr nachts", in dem sie an der Seite von Jean-Paul Belmondo auftritt.

Karina arbeitete aber auch mit anderen Regiegrößen: Rivette holte sie für seinen Film "Die Nonne" (1966) gemeinsam mit Liselotte Pulver vor die Kamera, Luchino Visconti für "Der Fremde" (1967) mit Marcello Mastroianni und Fassbinder drehte mit ihr "Chinesisches Roulette"(1976).