Mel und Albert Brooks haben bis auf den gleichen Nachnamen keinerlei Gemeinsamkeiten; sie sind weder miteinander verwandt, noch sind sie befreundet. Es gibt jedoch einen Umstand, der sie dafür prädestiniert, vom Österreichischen Filmmuseum in eine gemeinsame Filmschau gespannt zu werden: Die beiden gelten nämlich als "Erfinder" der modernen US-Komödie. Es darf zwischen 22. Dezember 2019 und 9. Jänner 2020 im Filmmuseum in der Albertina also herzlich gelacht werden.

Albert Brooks (geboren als Albert Lawrence Einstein) und Mel Brooks (geboren als Melvin Kaminsky) gehören zu den Wegbereitern eines komödiantischen Stils, der das späte 20. Jahrhundert in den US-Kinos geprägt hat. Dabei sind beide nicht nur hinter der Kamera auf dem Regiestuhl oder als Autoren tätig, sondern wurden auch und vor allem in ihrer Eigenschaft als Schauspieler bekannt. Im Österreichischen Filmmuseum belässt man es allerdings dabei, diese wenigen Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. "Wir wollen keine Parallelen zwischen dem jeweils reichhaltigen Werk ziehen. Denn Albert und Mel Brooks haben sich auf ihre unverwechselbare, persönliche Weise in die Geschichte der Filmkomödie eingeschrieben und beide verdienen es, einzeln für ihre Arbeit gewürdigt zu werden", sagt Jurij Meden, der Kurator der Filmschau.

Mel Brooks in "Sein oder Nichtsein" (1983) von Alan Johnson. - © ÖFM
Mel Brooks in "Sein oder Nichtsein" (1983) von Alan Johnson. - © ÖFM

Albert Brooks, 1947 in Los Angeles geboren, wuchs in einem Showbusiness-Umfeld auf und ging mit Richard Dreyfuss und Rob Reiner zur Schule. In Scorseses "Taxi Driver" (1976) begann er in einer Nebenrolle seine Karriere als Schauspieler, wurde 1988 für "Nachrichtenfieber" oscarnominiert und spielte außerdem in Filmen wie "Out of Sight" (1998, mit George Clooney) oder "Ein ungleiches Paar" (2003, mit Michael Douglas). Bereits 1979 gab er sein Regiedebüt mit "Aus dem Leben gegriffen", dem Arbeiten wie "Rendezvous im Jenseits" (1991), "Mother" (1996) oder "Die Muse" (1999) folgten. "Albert Brooks wird oft als die weniger produktive und deshalb gemächlichere Westküstenversion von Woody Allen bezeichnet", so Kurator Meden. "Tatsächlich aber macht man es sich mit dieser Beschreibung bequem: Denn während Woody Allens neurotische Intellektuelle trotz ihrer jugendlich-renitenten Wut immer sympathisch, liebenswert und letztlich harmlos bleiben, scheut Albert nicht davor zurück, seine immer von ihm selbst gespielten Charaktere in hochnotpeinliche Situationen zu versetzen, in denen sie die Grenze von unerfreulich zu richtig übel überschreiten müssen."