Begründer der Cringe-Comedy

Albert Brooks wird gerne als Begründer der sogenannten Cringe-Comedy bezeichnet, ein Sub-Genre der Komödie, das erstmals in den 90ern zu sehen war und nach 2000 eine ungeheure Blüte erlebte. Bei der Cringe-Comedy dominiert die Art von Humor, der uns über Dinge lachen lässt, die überaus peinlich sind. So lustig, dass es schon fast wehtut. Larry David, Ricky Gervais und Stand-up-Comedian Louis C. K. sind einige der Vertreter dieser Stilistik.

"Die Muse" (1999, mit Sharon Stone) von Albert Brooks. - © ÖFM
"Die Muse" (1999, mit Sharon Stone) von Albert Brooks. - © ÖFM

In eine ganz andere Richtung entwickelte sich die Komik von Mel Brooks, der 1926 in New York geboren wurde und seine Karriere schon zehn Jahre vor Albert Brooks begann. Mel Brooks war sehr schnell dafür bekannt geworden, sich für seine Filme, die oft in Personalunion von Regie, Autor und Hauptdarsteller entstanden, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Sein Witz entstand aus einer recht grobschlächtigen Art von Slapstick, die feine Klinge gehörte jedenfalls nicht dazu. "Mel trug über Jahre hinweg stolz die Fackel der schamlos vulgären Slapstick-Komödie und pflegte die lustvoll-grobschlächtige Form der Parodie - eine Brutstätte für jenen späteren Slapstick, dessen Güteklasse von vortrefflich wie bei den Farrelly-Brüdern bis mitunter brillant wie bei Jim Carrey oder Adam Sandler reichen sollte", sagt Jurij Meden.

Derber Slapstick und Geldverdienen mit Hitler

Mel Brooks legte in dieser Machart auch extrem erfolgreiche Kassenschlager vor, etwa "Frankenstein Junior" (1974), der die Horrorfilme der 1930er Jahre aufs Korn nahm, oder "Spaceballs" (1987), der die "Star Wars"-Filme parodierte. Überhaupt ist ihm die Parodie die wichtigste Ausdrucksform: Da wagte er sich überaus erfolgreich auch an eine Parodie Adolf Hitlers in "Frühling für Hitler" ("The Producers", 1968) und in dem Remake von "Sein oder Nichtsein" ("To Be or Not to Be", 1983), in dem er seinen derben Slapstick mit der Leichtigkeit von Lubitsch paarte, was für die Zuschauer umwerfend komische Szenen generierte. "Ich bin der einzige Jude, der jemals Geld mit Hitler verdient hat", scherzte Brooks einmal.

Albert Brooks’ Ansatz divergiert dann schon stark von Mel Brooks’ Komik: "Ich verdiene mein Geld mit Komödien, aber deshalb bin ich nicht dumm. Meine Figuren sind meist vielschichtig angelegte Grenzgänger. Ich bin niemand, der zwei Stunden nur Furz-Witze reißt."

Mel Brooks sieht seinen Zugang zur Comedy freilich anders: "Wenn ich mir in den Finger schneide, dann ist das eine Tragödie. Wenn ein Mann auf der Straße in einen offenen Kanal stürzt und dabei stirbt, dann ist es eine Komödie."