Ihr Schauspielstudium dauerte kurz.

Ja, in der Tat. Meine Freundin Karin rief mich eines Tages an, da stand ich kurz vor meinem 19. Geburtstag, und sagte: "Wir bekommen ein Kind". Und so habe ich am 6. Juni 1963 einen Vertrag mit dem Landestheater Württemberg-Hohenzollern unterschrieben, das war genau der Tag, an dem mein Sohn Christian geboren wurde.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre spätere Frau Karin Brandauer, die 1992 verstarb?

Es ist eine sehr glückliche Erinnerung. Ich wusste früh, dass ich Karin heiraten wollte, und ich bin sehr glücklich, dass ich diese Liebe hatte. Es war bestürzend, als sie gehen musste.

Sprechen wir über Altaussee. Sie sind Ihrer Heimat immer treu geblieben, auch, wenn es Sie weit hinaus in die Welt getrieben hat.

Ich bin dort geboren und aufgewachsen. Ich hatte dort immer eine sehr glückliche Zeit, habe dort meine erste Frau gefunden, spreche mit den Bergen und mit den Bäumen. Es erfreut mich. Ich bin dennoch begeistert, dass ich auch für längere Zeit in Rio war, in New York oder auch in Los Angeles. Manchmal ist der Sonnenaufgang über der Westseite des Central Parks schöner als der über der Trisselwand in Altaussee. Ich bin wirklich froh, dass ich beides kenne.

Mit Szabo haben Sie noch zwei Filme gedreht, "Hanussen" und "Oberst Redl".

"Oberst Redl" ist für mein Gefühl der wichtigste Film, den ich gemacht habe. Die drei Filme mit Szabo deckten 100 Jahre mitteleuropäische Geschichte ab, und ich bin sehr stolz darauf. Vor einem Jahr haben wir uns wieder zusammengetan und den Film "Zárójelentés" gedreht, der im Februar in Ungarn seine Premiere feiern wird.

Was hat sich über die Jahre an der Zusammenarbeit verändert?

Das kann ich sehr genau sagen: Es gibt ein Foto, in dem Istvan Szabo mit mir und den beiden Produzenten von hinten zu sehen ist: Vier alte Herren gehen da! Wir mussten über dieses Bild sehr lachen. Der Produzent sagte uns, dass es gar nicht leicht gewesen war, uns in diesem Alter für seine Filmproduktion zu versichern.

Was denken Sie über das Altern?

Ich empfinde mich überhaupt nicht als alt, im Gegenteil: Ich glaube, es ist mir noch nie so gut gegangen wie jetzt, obgleich ich denke, dass ich etwas verloren habe: eine gewisse Unbekümmertheit gegenüber dem Leben. Ich sehe, dass man nicht genug aufpassen kann, dass dort, wo man lebt, arbeitet, denkt und fühlt, die Demokratie erhalten bleibt. Die Demokratie ist kein Geschenk, man muss ständig - ich würde sagen: sekündlich - darum bemüht sein, sie zu bewahren, sie wiederherzustellen, wo sie verloren gegangen ist. Wo ich Einfluss habe, wo ich öffentlich auftrete - und dazu gehört auch das Theater -, soll man hören, dass ich dieser Meinung bin.