Was soll jetzt bloß aus dem Kino werden? Jetzt, da es im Jahr 2020 erstmals seit fünf Jahren keinen "Star Wars"-Film auf der Leinwand geben und damit ein sicherer Garant für astronomisch hohe Einspielergebnisse fehlen wird? Auch an anderer Front lässt Disney im kommenden Jahr aus: Die Marvel-Helden unternehmen nach "Avengers: Endgame" eine Neupositionierung und 2020 werden eher kleinere Brötchen gebacken, etwa mit "Black Widow" (mit Scarlett Johansson) oder mit "The Eternals". Die große Schlacht um die Blockbuster des Jahres überlässt Disney- mit Ausnahme der Realverfilmung von "Mulan" (ab 27. März) - also anderen.

Etwa dem neuen James-Bond-Abenteuer "Keine Zeit zu sterben", das am 2. April anläuft. Darin ist letztmalig Daniel Craig in der Rolle des charismatischen Agenten zu sehen, was seine "Bond-Schaft" nach 14 Jahren und fünf Filmen zu Ende bringt. Regisseur Cary Fukunaga erzählt, wie Bond den Secret Service verlässt, nur um kurze Zeit später seinem US-Pendant Felix Leiter bei der Jagd nach einem Superschurken zu helfen. Als Blofeld kehrt Christoph Waltz zurück, auch Léa Seydoux und Ralph Fiennes sind wieder dabei.

Blockbuster & Kriegsfilme

Ab 7. Februar läuft Roman Polanskis "Intrige" im Kino. - © Filmladen
Ab 7. Februar läuft Roman Polanskis "Intrige" im Kino. - © Filmladen

Bond ist zweifellos ein Kinohighlight, für die Fans von rasanten Autostunts aber beinahe schon altbacken. Diese Klientel bedient 2020 der inzwischen neunte (!) Teil der "Fast & Furious"-Reihe (ab 21. Mai), wie gewohnt mit Vin Diesel, diesmal auch mit Charlize Theron und Helen Mirren.

Einen weiteren potenziellen Kassenschlager wirft Warner ab 11. Juni mit "Wonder Woman 2" in den Ring. Wieder von Patty Jenkins inszeniert, will man den Erfolg des ersten Teils toppen und mit Gal Gadot als Titelheldin wieder eine Mischung aus bizarrer Action, weiblichen Reizen und feministischer Grundhaltung feilbieten - auf dass auch wieder möglichst viele Frauen in die Kinos kommen.

Gleich am 17. Jänner erwartet die Kinobesucher mit "1917" ein bombastisches Weltkriegsepos, mit dem Sam Mendes direkt in die Schützengräben führt. Zwei britische Soldaten bekommen den Befehl, unter Zeitdruck eine Nachricht zu überbringen und damit ein Blutbad zu verhindern. Der Film sieht aus, als wäre er in nur einer einzigen Einstellung gedreht, was den Zuschauer den Horror des Krieges noch unmittelbarer miterleben lässt.

Wer Action nicht so sehr mag, kommt 2020 mit zwei Neuauflagen von Filmklassikern auf seine Kosten: Zum einen arbeitet Steven Spielberg gerade an der Fertigstellung seiner Neuverfilmung von "West Side Story" (ab 17. Dezember) aus dem Jahr 1961 - ein Musicalklassiker unter Spielbergs Regie, das könnte spannend werden. Zum anderen steht Greta Gerwigs Neufassung von "Little Women" nach dem Roman von Louisa May Alcott ab 30. Jänner auf dem Spielplan. Darin fordern vier Schwestern in der konservativen amerikanischen Gesellschaft der 1860er Jahre ihre Selbstbestimmung als Frauen ein. Das Buch wurde bereits unzählige Male verfilmt, zuletzt 1994 mit Winona Ryder, aber beispielsweise auch schon 1933 mit Katharine Hepburn. Diesmal sind Saoirse Ronan, Emma Watson, Timothée Chalamet und Meryl Streep zu sehen.