2020 wird ein gutes Jahr für anspruchsvolles Kino: Zum Beispiel kommt mit "Ein verborgenes Leben" am 31. Jänner Terrence Malicks viel gelobte Verfilmung des Falls Franz Jägerstätter in die Kinos, die in Cannes Premiere feierte und mit August Diehl und Valerie Pachner hervorragend besetzt ist. Der Film erzählt in Malick-typischer Manier ganz episch vom Widerstand des Franz Jägerstätter und welche Folgen seine Wehrdienstverweigerung hat. Ein Meisterwerk!

Polanski in Hochform

Ebenfalls meisterhaft zeigt sich Roman Polanskis neuer Film "Intrige" mit Jean Dujardin und Louis Garrel (ab 7. Februar). Ende des 19. Jahrhunderts wird ein jüdischer Hauptmann wegen Landesverrats verurteilt, doch es gibt Ungereimtheiten in dem Fall. Polanskis historischer Thriller ist ungemein aktuell, weil hier der "Held" der Geschichte ein Antisemit ist und viele der damals diskutierten Themen bis heute aufregen.

Aus Deutschland kommt ab Mitte März Christian Petzolds neuer Film "Undine", ein Drama um eine Fremdenführerin (Paula Beer), deren Freund sie betrügt und die Rettung bei einem Taucher (Franz Rogowski) sucht. Spannend dürfte vor allem wieder Petzolds Kunst werden, das Aufregende im Alltäglichen zu zeigen.

Auch das Filmland Österreich hat 2020 einige Highlights zu bieten: etwa Sabine Derflingers Doku "Die Dohnal" über die legendäre Frauenministerin (ab 14. Februar) oder Harald Friedls Doku "Brot" über die Bedrohung des Backhandwerks durch industrielle Aufbackware. Auf Spielfilmseite darf 2020 auf den Kinostart von Ulrich Seidls neuem Werk "Böse Spiele" gehofft werden. Seidl und Drehbuchautorin Veronika Franz erzählen von zwei Männern, die von ihrer Vergangenheit eingeholt werden. Ein Starttermin steht noch nicht fest.