Kino aus China, das unter die Haut geht: Regisseur Wang Xiaoshuai erzählt die Geschichte zweier Familien vor dem Hintergrund der politischen und sozialen Umwälzungen in China. Die Handlung spielt in einer Stadt im Norden Chinas, zu Ende der 1990er. Liyun und Yaojun sind glücklich zusammen, und leben in einem Wohnheim der Metallfabrik in der sie arbeiten, zusammen mit ihrem Sohn Xing. Gleich daneben wohnen ihre Freunde Haiyan und Yingming, deren Sohn Haohao am gleichen Tag geboren ist wie Xing. Bald stellt sich ein großes Drama ein: Xing kommt bei einem Unfall ums Leben, seine Eltern übersiedeln in die Provinz Fujian im Süden Chinass. Doch beide Familien verlieren durch den Unfalltod den Kontakt zueinander nie. Als bei Haiyan ein tödlicher Gehirntumor diagnostiziert wird, beschließen Liyun und Yaojun, noch einmal an den Ort der alten Heimat zurückzukehren und sich jahrelang unterdrückten Gefühlen zu stellen.

Gefühlsgewitter

Die überaus rührende Geschichte um Trauer, Verlustbewältigung und die ewige Liebe ist ein famos komponiertes, Jahrzehnte umspannendes Familienepos, das Wang Xiaoshuai in beeindruckenden Bildern festhält und das mit Emotionen gar nicht geizt; die Schauspieler Wang Jing-chun und Yong Mei transportieren diese Gefühls-Gewitter stets in der richtigen Dosis, sodass sie bei der Berlinale 2019 völlig zurecht mit den beiden Preisen für die besten Darsteller prämiert wurden.