Wien. Viele Pläne für das am 24. Dezember geschlossene Wiener Bellaria-Kino kursieren derzeit in den Medien. Das Traditionshaus, das 1911 eröffnet wurde, war wegen sinkender Besucherzahlen geschlossen worden, doch geht es nach dem Willen etlicher Kulturschaffender, soll das keinesfalls so bleiben.

Einen Vorstoß für die Zukunft des Hauses wagte jetzt Frédéric-Gérard Kaczek. Der Kameramann und Leiter des Jüdischen Filmfestivals Wien ließ über Medienberichte ausrichten, Interesse an einer Übernahme des Kinos zu haben; darin könnte sein eigenes Filmfestival eine Heimstätte finden, es wäre aber auch denkbar, anderen Festivals eine Spielstätte zu bieten, denn verfügbare Kinos, die ihren Saal für Festivals vermieten würden, wären in Wien inzwischen Mangelware, wurde Kaczek zitiert. Seine Pläne hätte Kaczek der Wiener Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hasler (SPÖ) per E-Mail vorgestellt, jedoch, so ergab eine Nachfrage im Wiener Rathaus, sei diesbezüglich weder ein Gespräch erfolgt noch eine Kalkulation über die Kosten angefügt worden. "Es gibt immer noch mehrere Interessenten für den Betrieb des Kinos, und wir würden uns sehr freuen, wenn dieser Fortbestand tatsächlich gelingt", so Renate Rapf, Sprecherin von Kaup-Hasler. Die Entscheidung über einen solchen Fortbestand liegt aber nicht allein beim Rathaus, das zwar finanziell unterstützen, aber dem Hausbesitzer nicht vorgreifen könne. Dem Vernehmen nach gehört das Haus zwei Besitzern, was die Frage über die Weiterführung noch komplizierter machen dürfte.