Die Zahl der Hollywood-Blockbuster mit weiblicher Hauptrolle ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der San Diego State University hervor. Insgesamt spielte in 40 Prozent der Kinohits eine Frau die Hauptrolle - ein Rekord seit Beginn der Untersuchungen im Jahr 2002 und eine Steigerung im Vergleich zu 31 Prozent im Vorjahr.

"Wir haben nun in zwei aufeinanderfolgenden Jahren erhebliche Zuwächse gesehen, was die Darstellerinnen betrifft. Dies deutet auf den Beginn eines positiven Wandels hin", sagte Martha Lauzen von der San Diego State University, die an der Studie "It’s a Man’s (Celluloid) World" gearbeitet hat.


Allerdings ging die Zahl der weiblichen Sprechrollen insgesamt leicht zurück. Minderheiten haben es zudem nach wie vor schwer in der US-Filmbranche. 68 Prozent aller Schauspielerinnen in den untersuchten Filmen waren weiß - ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Frauen mit lateinamerikanischer oder asiatischer Herkunft machten lediglich fünf bzw. sieben Prozent aus.

Hartnäckige Klischees

Interessant ist, dass Frauen vor allem in Horrorfilmen (26%), Dramen (24%) und Comedys (21%) die Hauptrolle spielen. Ihre männlichen Gegenparts kommen meist in Actionfilmen (26%), Dramen (24%) und animierten Filmen (21%) zum Zug.

Zudem halten sich bei der Ausgestaltung der Rollen Geschlechterstereotype hartnäckig: Bei weiblichen Rollen war der Familienstand häufiger bekannt als bei männlichen, wohingegen ihre Arbeit seltener erwähnt wurde. Die Schauspielerinnen waren zudem im Schnitt jünger als ihre männlichen Kollegen - sie waren zwischen 20 und 40 Jahre alt, die Männer zwischen 30 und 50.

Für die Studie untersuchten die Wissenschafter die 100 erfolgreichsten US-Filme des vergangenen Jahres. (apa, afp, red)